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Kirchhofstraße 8 bekommt Geld aus dem Fördertopf

Der Abriss im März gab den Blick von der Kirchhofstraße auf die rote Schule frei. Mit dem Bau des Wohn- und Geschäftshauses wird die Lücke wieder geschlossen.  FOTO: Georg Wagner
Der Abriss im März gab den Blick von der Kirchhofstraße auf die rote Schule frei. Mit dem Bau des Wohn- und Geschäftshauses wird die Lücke wieder geschlossen. FOTO: Georg Wagner

VonJana Otto

Eine rekordverdächtige Sitzung legten die Mitglieder des hansestädtischen Hauptausschusses hin.

Demmin.Gerade einmal vier Minuten waren vom vorsichtigen Glasanschlag des Demminer Bürgermeisters Michael Koch (CDU) bis zur Schließung des öffentlichen Teils der Hauptausschusssitzung am Mittwochabend vergangen. Doch diese, fast schon rekordverdächtige Zeit, nutzten die Mitglieder dennoch, um wichtige Beschlüsse zu fassen. Offensichtlich hatten sich alle Abgeordneten präzise vorbereitet und die Verwaltung die Beschlüsse so formuliert, dass weder Fragen offen blieben, noch Diskussionsbedarf bestand.
Einmütig stimmten die Hauptausschussmitglieder demzufolge für die Bereitstellung von Städtebaufördermitteln für die Demminer Kirchhofstraße 8. Maximal 70 000 Euro werden dem Grundstückseigentümer somit zur Verfügung gestellt.
Ein Demminer Unternehmer plant an dieser prominenten Stelle in der Innenstadt den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses. Nach dem Abriss soll hier ein Mehrfamilienhaus entstehen, in dem zusätzlich zwei Gewerbeeinheiten untergebracht sind. Dieser Neubau füge sich in die vorhandene Bebauung ein und entspreche dem Ziel der Stadtsanierung, heißt es in der Begründung. Der gesamte Bereich der Kirchhofstraße würde durch die Investition aufgewertet werden.
Während der größere Teil der Fördersumme sich auf die Gesamtnutzfläche bezieht, gibt es einen kleinen Anteil dafür, dass eine Stützmauer zum Mühlengraben errichtet wird, die mit einer Feldsteinmauerschale aus geschlagenen Steinen verblendet werden soll.
Der städtische Anteil an diesen Städtebaufördermitteln beläuft sich auf rund 23000 Euro und wurde bereits im Haushalt eingeplant. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt hatte diesem Antrag bereits zugestimmt, jetzt ist er beschlossen.
Etwas komplizierter war hingegen der zweite Sachverhalt, der zur Abstimmung stand und in dem es um die Mitgliedschaft der Hansestadt in der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) ging. Eigentlich hatte die Verwaltung nämlich vor, diese Mitgliedschaft aus Haushaltsgründen zu kündigen. 700 Euro jährlich waren zu zahlen, der Beitrag sollte erhöht werden. Und weil die Verwaltung mit dem Angebot grundsätzlich nicht zufrieden war, sollte die Kündigung erfolgen. Allerdings wurde dabei übersehen, dass es einen Stadtvertreterbeschluss aus dem Jahr 1991 gibt, der die Mitgliedschaft einst begründete. Demzufolge könnten auch nur die Stadtvertreter diesen Beschluss wieder aufheben.
Mittlerweile jedoch hat die Verwaltung ihr Ansinnen noch einmal geprüft. „Heute kann eingeschätzt werden, dass es positive Veränderungen gab, die die Nutzungsmöglichkeiten der Angebote verbessert haben“, heißt es in der Begründung. Zudem hätten auch die Nachbarstädte ihre Mitgliedschaft nicht aufgegeben, was ein Überdenken der Entscheidung bewirkte. Kurzum: Die Verwaltung schlug vor, in der KGSt zu bleiben. Dem stimmten nun auch die Abgeordneten zu.

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j.otto@nordkurier.de

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