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Kran nimmt Generator des Kraftwerks an den Haken

Die tonnenschwere Last muss sicher vertäut werden. Dafür sorgen Patrick Fennen und Enrico Schug (vorn).  FOTO: Georg Wagner
Die tonnenschwere Last muss sicher vertäut werden. Dafür sorgen Patrick Fennen und Enrico Schug (vorn). FOTO: Georg Wagner

VonGeorg Wagner

Seit sechs Jahren fließen Strom und Wärme aus der Biogasanlage am Kirchengut ins Netz. Jetzt sind Techniker gefragt.

Demmin.Immer wieder gibt Enrico Schug dem Kranführer Anweisungen:. „Mehr nach links, nach oben, zu
dir ...“, dirigiert er ihn über ein Sprechfunkgerät. Eine andere Möglichkeit der Kommunikation hat er nicht. Denn der blaue 200-Tonnen-Teleskopkran steht jenseits einer Schallschutzwand am Heizhaus in der Demminer Saarstraße, vor Ort an der Last aber muss alles passen.
Die wiegt rund sechseinhalb Tonnen und ist alles andere als billig. Enrico Schug und sein Kollege Patrick Fennen von der SEVA Energie AG bauen gerade das Herzstück des Blockheizkraftwerkes der „Bioenergie Demmin GmbH & Co KG“ aus, den Motor und den Generator, mit deren Hilfe Methan aus der benachbarten Biogasanlage am Kirchengut in Strom und Abwärme umgewandelt wird.
Sie haben dabei nur wenig Raum zur Verfügung. Der Container musste an der Seite eigens aufgeschnitten werden, um die beiden Maschinen überhaupt heraus zu bringen. Beide müssen jetzt zur planmäßigen Generalüberholung. Seit sechs Jahren laufen sie mittlerweile in der Saarstraße, rund 50000 Betriebsstunden haben sie auf dem Zähler. Zeit für eine grundlegende Wartung.
Vor sechs Jahren entstand zwischen dem Landwirtschaftsbetrieb Kloke am Kirchengut und den Demminer Stadtwerken eine Zusammenarbeit. Der Landwirt fermentiert Mais zu Methan, die Stadtwerke nutzen die Abwärme und speisen sie ins Fernwärmenetz der Stadt ein, während die Elektrizität ins Stromnetz fließt.
Rund fünf Millionen Kilowattstunden Strom und vier Millionen Kilowattstunden Wärme werden so laut Unternehmensauskunft jährlich produziert. Ein Modell, das sich nach Einschätzung von Stadtwerkechef Reinhard Grewe für alle Seiten gelohnt hat. „Wir haben ein positives Ergebnis nach der Anfangszeit.“ Die Stadtwerke könnten die Abwärme zu einem günstigen Preis nutzen. „Das ist gut für die Verbraucher“, sagt Grewe und fotografiert dann die beiden Monteure.
Die haben mittlerweile den ganzen Block am Haken vertäut. Langsam hebt der Kran die tonnenschwere Last vom Boden, schwenkt sie über den Begrenzungszaun weg und setzt sie auf dem Boden neben dem Heizhaus wieder ab. Es dauert kaum mehr als eine Minute und alles klappt reibungslos. Motor und Generator können zur Überholung – für die nächsten 50000 Betriebsstunden.

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g.wagner@nordkurier.de

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