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Krankenhaus gibt Keimen keine Chance

VonGeorg Wagner

Multiresistente Bakterien sind in Kliniken auf dem Vormarsch. Gemeinsam mit Ärzten hat sich das Kreiskrankenhaus Demmin damit beschäftigt.

Demmin.Gegen Infektionen durch sogenannte multiresistende Bakterien und gegen Infektionen, die sich während einer stationären Behandlung entwickeln, sieht sich das Kreiskrankenhaus Demmin gut gerüstet. Ein Grund: Die konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung des dafür eingeführten Infektionsschutzes im Kreiskrankenhaus.
So sei die Untersuchung von Risikopatienten bei der Aufnahme längst Routine, berichtete der Ärztliche Direktor, Dr. Lutz Wilhelm, nach einer Gesprächsrunde mit niedergelassenen und Krankenhausärzten. Im vergangenen Jahr seien diese Tests in einer Studie auch auf Nicht-Risikopatienten ausgeweitet worden. Dabei seien in einer einzigen von 322 Proben solche Keime nachgewiesen worden.
Mit einem Prozentsatz von 0,3 eine äußerst geringe Belastung, stellt der Chefarzt fest. Dabei zählen zu den Schutzmaßnahmen auch einfache Dinge. „Vor allem gilt es, ein konsequentes Hygieneregime umzusetzen, um das Risiko von Infektionen insgesamt zu minimieren“, erläutert Wilhelm. Außerdem müsse man speziell im Hinblick auf die besondere Gefährdung immungeschwächter Personen der veränderten Situation durch die multiresistenten Keime Rechnung tragen.
Diese Bakterien zählen nach Auskunft von Lutz Wilhelm ursprünglich zur normalen menschlichen Flora. „In den letzten Jahrzehnten haben sie vor allem durch den unkritischen Einsatz von Antibiotika spezielle Abwehrstrategien gegen diese entwickelt. Sie bilden zum Beispiel Enzyme, mit denen sie die früher sehr effektiven Medikamente nun unwirksam machen.“
Eingestellt hat sich das Krankenhaus aber auch auf Gefärdungen durch Infektionen, die sich erst während des Aufenthalts im Krankenhaus selbst entwickeln. Hier habe man durch gezielte Aus- und Weiterbildung des Personals sowie eine verbesserte Geräteausstattung in den vergangenen Jahren optimale Voraussetzungen geschaffen. Das bestätigten laut Lutz Wilhelm sowohl regelmäßige Kontrollen durch das Landesgesundheitsamt (Lagus) als auch mikrobiologische Untersuchungen im Klinikum Neubrandenburg. Trotz der komplizierter werdenden Situation könne man die Rate der Infektionen im Kreiskrankenhaus Demmin sehr niedrig halten.

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g.wagner@nordkurier.de

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