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Künstler schreibt neue „Fußnoten“

Lilo und Karl Schlösser freuen sich auf die Gäste zu Kunst:offen am Wochenende.  FOTO: Gudrun Herzberg
Lilo und Karl Schlösser freuen sich auf die Gäste zu Kunst:offen am Wochenende. FOTO: Gudrun Herzberg

VonGudrun Herzberg

Malerei, Grafik, Skulpturen und Literatur, das alles gibt es bei Lilo und Karl Schlösser. Beide gehören zu den „Stammkunden“ bei Kunst:offen.

Demmin.Vor dem Haus stehen einige Skulpturen, im Garten noch viel mehr. Es sind Porträts, aber auch Tiermotive. „Diese Figuren sind zumeist in den 70er-Jahren entstanden. Damals gab es im Kulturhaus noch den großen Brennofen, heute beschäftige ich mich kaum noch mit Skulpturen“, sagt Karl Schlösser.
Der Demminer Künstler ist bekannt für seine Skulpturen, aber auch natürlich auch für seine Malerei und die Bücher. „Im Sommer wird der 5. Teil der Fußnoten erscheinen. Ich musste meinem Manuskript doch noch etwas zufügen, diese Kanone am Bebelplatz. Wie Demmin nur so etwas machen konnte. Die Ulanen waren doch Berittene, die hatten keine Kanonen“, meint er schmunzelnd. Das lässt auf eine tolle Geschichte im neuen Buch von Karl Schlösser hoffen.
„Eigentlich sollte nach dem 2. Teil nichts mehr folgen, aber es gibt immer wieder neue Geschichten, da muss ich einfach schreiben“, sagt der Demminer Künstler. In seinem Atelier, welches er sich mit seiner Frau Lilo teilt, stehen viele Bilder. Vor allem sind es die Landschaften, die es ihm angetan haben. „Aber ich stehe niemals mit der Staffelei und der Leinwand in der Natur. Ich mache meine Skizzen mit dem Kugelschreiber, zumeist von Reiseeindrücken“, erzählt Karl Schlösser. Oft wird es dramatisch. Denn er habe viel Phantasie, die er einbringt. „Bei einem Besuch in London gab es einen U-Bahn-Streik. In der Stadt war Chaos. Ich habe gedacht, ich komme nicht mehr nach Hause. So etwas spiegelt sich dann in meinen Bildern wider“, sagt er. Und Porträts male er auch sehr gern.
„Aber niemals stehen wir beide gemeinsam im Atelier“, sagt Lilo Schlösser. Sie könne nicht malen, wenn ihr jemand über die Schulter schaue. Wenn sie an der Staffelei stehe, sitzt ihr Mann im Wohnzimmer am Schreibtisch über seinen Manuskripten. „Ich kümmere mich um das Lektorat und gebe Hinweise für die eine oder andere Änderung. Da sind wir beide ein gutes Team“, meint sie, ihr Mann bestätigt das. Die Malerin Lilo Schlösser besucht viele Workshop, um mit anderen Künstlern ins Gespräch zu kommen. Sie holt sich dort viele Anregungen für ihre Bilder. „Ich bin eher ein Augenmensch, muss sehen, was ich dann male“, sagt sie. Landschaften und Architektur fasziniert sie, aber auch Porträts sind von besonderem Interesse.
Auch mit Grafik beschäftigt sich die Künstlerin. Im letzten Winter sind Holzschnitte und Drucke entstanden, die sie zu Kunst:offen zeigen wird. Dann sind wieder Werkstatt, der Wintergarten und der Garten mit den Skulpturen offen für die Gäste. „Wir hoffen wieder auf interessante Gespräche, denn die liegen uns besonders am Herzen bei solchen Begegnungen“, sagt Lilo Schlösser und bereitet schon einmal den Wintergarten für das kommende Wochenende vor. Schon seit mehr als 12 Jahren nehmen die Beiden an dieser Veranstaltung teil.

Kontakt zur Autorin
g.herzberg@nordkurier.de

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