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Lustiges „Schlürfen“ macht Lust auf mehr Natur

VonGudrun Herzberg

Im Peenetal ist der Biber wieder heimisch. 120 Reviere werden inzwischen gezählt. Eine Biologin nimmt Stimmen in den Biberburgen auf. Wie viele Tiere haben sich schon angesiedelt? Wer ärgert sich über Schäden?

Demmin.„Die angestauten Deiche machen sicherlich manchem Landwirt Probleme. Aber die Biber sind keine Plagegeister, sie gehören in die Region des Peenetals“, sagt Biber- und Otterforscherin Geranda Olsthoorn. Es gehe nicht um tausende Tiere, sondern lediglich um 400 Biber, die sich im Peenetal gut vermehrt haben. „Denn wir haben noch lange keine supergesunde Population. Wichtig sind die Gespräche zwischen Naturschützern und Landwirten“, sagt die Biologin. Sie hatte wieder zu einer Wanderung und einer Biberfahrt eingeladen. Im Frühjahr gab es bislang den Bibertag. „Wir werden ihn aber jetzt wohl auf den Herbst verschieben, weil im Frühjahr viele Leute doch mehr im Garten zu tun haben“, meint die Biologin. Im Peenetal gibt es inzwischen 120 Biber, in den 1970er-Jahren wurden sie im Peenetal ausgesetzt und haben sich inzwischen gut angesiedelt. Seit 2008 forscht Geranda Olsthoorn nach ihnen und schaut, wie es ihnen geht. Dazu wird unter anderem auch ein Mikrofon in die Burgen gesetzt, um zu ermitteln, wie viele Jungtiere es gibt. „An den Biberstimmen kann man erkennen, wie viel Nachwuchs da ist und ob die Tiere gesund sind“, sagt sie. Viel Spaß haben die Gäste ihrer Vorträge immer, wenn sie die Biberstimmen abspielt. Auch Pelz und Knochen werden gezeigt. „In der Regel bekommen Biber einmal im Jahr zwei Junge. Der Nachwuchs bleibt dann zwei Jahre bei den Eltern“, erzählt die Biologin. Im Peenetal sei inzwischen ein großer Lebensraum für die Biber geschaffen worden. Sie rät den Landwirten, Flächen, die vom Biber vernässt wurden, als Stilllegungsflächen zu nutzen. Bei der jüngsten Biberfahrt entlang der Peene von Demmin zum Kummerower See konnten die Gäste einige Biber aus nächster Nähe beobachten. „Das ist immer sehr beeindruckend für alle. Sogar den Bibernachwuchs konnte man sehen“, so Geranda
Olsthoorn.

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g.herzberg@norkdurier.de

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