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Markt-Lücke: Nach lautem Streit herrscht nun große Flaute

[KT_BU]Gehen die Planungen für die Lückenbebauung am Markt 12 von einer zu schmalen Tückmantelgasse aus? Der Demminer Wolfram Besch sagt ja, die Verbindung von Kirche zum Markt wird nicht breit genug.[/KT_BU]  FOTO: Georg Wagner
[KT_BU]Gehen die Planungen für die Lückenbebauung am Markt 12 von einer zu schmalen Tückmantelgasse aus? Der Demminer Wolfram Besch sagt ja, die Verbindung von Kirche zum Markt wird nicht breit genug.[/KT_BU] FOTO: Georg Wagner

VonKirsten Gehrke

Um die Bebauung am Markt 12 in Demmin ist es ruhig geworden. Dabei kochten vor ein paar Wochen die Emotionen hoch: Freier Blick oder betreutes Wohnen? Und ein bisschen regt sich auch schon wieder Unmut.

Demmin.Wolfram Besch bleibt bei seiner Meinung. „Ich bin nach wie vor dagegen, dass die Marktlücke bebaut wird“, sagt er. Erst recht, nachdem er in den Entwurf des Bebauungsplanes gesehen hat. „Was als Grünes vorgesehen ist, wird ja alles bebaut, bis zu den Linden der Kirche. Wo sollen letzten Endes die Bürger hin, die da einziehen?“ Das sei ja wie ein Kloster ohne Klostergarten. Der Demminer will die Diskussion um den Markt 12 nicht wieder anheizen. Wochenlang hatte das Thema die Hansestädter beschäftigt. Die einen wollten den freien Blick zu St. Bartholomaei behalten, die anderen freuten sich, dass die Diakonie betreute Wohnungen für Senioren baut.
In letzter Zeit ist es ruhig geworden um die Marktlücke. Nachdem im März die Stadtvertretung den Bebauungsplan beschlossen hatte, war es plötzlich still. Vom
15. April bis 17. Mai war der Entwurf des Bebauungsplanes im Rathaus der Stadt ausgelegt. Jeder Bürger konnte in die Papiere Einsicht nehmen. Etwa 15 Personen haben von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, erklärte Thomas Engler, stellvertretender Amtsleiter des Bau- und Liegenschaftsamtes. „Viele erwarteten hier auch die Auslage der Planungsunterlagen des Investors, wie Grundrisse und Ansichten, um hier die Größe und die Zuschnitte für betreute Wohnungen zu entnehmen“, so Engler. Diese Unterlagen seien jedoch nicht Bestandteil dieses Verfahrens. Auch Wolfram Besch hat sich mehr erhofft zu erfahren. „Leider konnte mir nur eine Skizze mit Anlage gezeigt werden.“ 15 Personen sind nicht gerade viel, die sich für die Pläne interessiert haben, wenn man bedenke, was der Markt 12 für Wellen geschlagen hat. Besch hat indes seine Bedenken angemeldet. Wie er findet, werde nach den Plänen die Tückmantelgasse – die Verbindung von Kirche zum Markt – auf eine unzumutbare Breite von circa drei Metern und somit die historische Breite stark reduziert. „Und diese Gasse soll nun Radweg und Gehweg im gegenläufigen Verkehr werden?“ Dass das nicht funktioniert, dafür gebe es viele Beispiele in Demmin. „Noch negativer erscheint mir, dass in Höhe von 2,60 Metern die Gasse überbaut werden soll“, meint Besch.
Er glaubt, dass die Stadt der Diakonie zu viele Zugeständnisse gemacht hat. „Die eingeengte Gasse erfüllt auf keinen Fall ihren Zweck.“ Besch befürchtet sogar, dass es der Gasse genauso ergehen kann wie wenige Meter weiter einem Zugang zum alten Fachwerkhaus neben der Feuerwehr. „Da wurde ein Gitter am Durchgang angebracht.“ Bisher sei nie von einer Verengung der Tückmantelgasse gesprochen worden. Das wundert ihn. Der Demminer will das nicht akzeptieren. „Ich bestehe auf die historische Breite, wo früher sogar die Hochzeitskutschen von Bäcker Hermann Schwedt durchfuhren“, schreibt er in seiner Stellungnahme.
Die Hinweise und Bedenken sollen nun in städtischen Gremien diskutiert und beraten werden, kündigt Thomas Engler an. Das letzte Wort hat dann die Stadtvertretung, die darüber beschließt.

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k.gehrke@nordkurier.de

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