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„Mein Papa hatte mal einen Unfall, ohne Blut hätte er nicht überlebt“

Irena Feist (vorn) und Manuela Genson kamen gemeinsam zur Blutspende, letztere zum ersten Mal. Aber bei Krankenpfleger Robert Plettner war die Angst schnell verflogen. „Gar nicht so schlimm“, meinte Manuela Genson.  FOTOs (2): Kirsten Gehrke
Irena Feist (vorn) und Manuela Genson kamen gemeinsam zur Blutspende, letztere zum ersten Mal. Aber bei Krankenpfleger Robert Plettner war die Angst schnell verflogen. „Gar nicht so schlimm“, meinte Manuela Genson. FOTOs (2): Kirsten Gehrke

VonKirsten Gehrke

Blut rettet Leben. Deshalb ließen sich bei einer Spendenaktion im Evangelischen Schulzentrum 41 Menschen „anzapfen“.

Demmin.Carola Lange hat es bisher immer aufgeschoben. „Aber heute bin ich mutig wie nie“, meint sie und lacht. „Oft bei den Terminen hat man keine Zeit oder es passt nicht. Aber heute passt alles.“ Die Sekretärin des Evangelischen Schulzentrums hat es diesmal nicht weit. Die Schule hat am Freitag zur Blutspendenaktion aufgerufen. 41 Leute lassen sich ihren Lebenssaft „abzapfen“, viele Neuspender darunter, wie Carola Lange. „Das ist schon wichtig und notwendig“, findet sie.
Die Idee hat gleich gute Resonanz gefunden. Als im November in Malchin die Arbeitskollegen des erkrankten Vaters von Lehrerin Antje Rosenau eine Blutspendenaktion auf die Beine gestellt hatten, habe Schulleiter Jörg-Uwe Braun angeregt, ob sie so etwas nicht auch in der Evangelischen Schule organisieren wollen. „Ich hatte damals gebeten, mich für die Aktion freizustellen“, erinnert sich Antje Rosenau. So sei er auf die Idee gekommen. Ihr Vater wäre am Freitag gern in Demmin dabei gewesen. Aber er sei zur Zeit in Graal Müritz zur Reha und es gehe ihm gut. Im Laufe seiner Krankheit habe er 20 Blutkonserven bekommen. Deshalb hatte er sich gewünscht, dass viele Menschen Blut spenden. Oft seien die Konserven knapp.
Das kann Iris Kraus vom Blutspendedienst Neubrandenburg bestätigen. Vor allem in Ferienzeiten, im Sommer oder über Feiertage würden die Reserven schrumpfen, wie kürzlich über Ostern. „Deshalb sind wir auch froh, wenn solche Sonderaktionen wie hier organisiert werden“, sagt Kraus.
Dass der eine oder andere den Anstoß für die gute Tat braucht, hat sich im Schulzentrum gezeigt. „Das letzte Mal ist bei schon ein paar Jahre her“, meint Hausmeister Thomas Wagler. 2001 hatte er zuletzt Blut gespendet. „Heute ist es bequem, weil es im Hause ist.“ Da wollte er bei der Aktion nicht fehlen, genau so wenig Nicole Nowak. Die Mutter geht ohnehin regelmäßig Blut spenden. Im Studium habe sie damit bereits angefangen. „Mein Papa hatte mal einen schweren Unfall, ohne Blut hätte er nicht überlegt“, sagt sie. Seitdem sei ihr Vater Blutspender und sie folgte diesem Beispiel. Die Aktion der Schule findet sie hervorragend. Das gehöre zusammen. „In der Schule legt man viel Wert darauf, sich untereinander zu helfen.“ Davon leiten lässt sich auch Manuela Genson. Der Demminerin ist es vor dem ersten Mal etwas mulmig. „Meine Freundin ist mitgekommen, zum Glück“, sagt sie. Irena Feist hat es gern getan. „Sie hat mich überredet“, meint sie. Vor zehn Jahren gab sie die letzte Spende. „Ich denke, das ist ein guter Zweck.“ Zumal sie noch eine ganz seltene Blutgruppe hat: B Rhesusfaktor negativ.

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k.gehrke@nordkurier.de

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