Do. 06. September 2012
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Leute von Redaktion

„Mein Vater war immer mein Vorbild“

Im Moment trainiert Frank-Peter Dwars drei Jugendmannschaften und die Männer des SV Traktor Sarow. Im Nachwuchsbereich kann er auf die Unterstützung der Eltern immer zählen. Wenn er sich mal eine Auszeit vom Fußball gönnt, zieht es ihn nach Bornholm und er nimmt gern mal ein Buch in die Hand, liest Krimis und Lektüre aus dem Mittelalter am liebsten.  FOTO: Kirsten Gehrke
Im Moment trainiert Frank-Peter Dwars drei Jugendmannschaften und die Männer des SV Traktor Sarow. Im Nachwuchsbereich kann er auf die Unterstützung der Eltern immer zählen. Wenn er sich mal eine Auszeit vom Fußball gönnt, zieht es ihn nach Bornholm und er nimmt gern mal ein Buch in die Hand, liest Krimis und Lektüre aus dem Mittelalter am liebsten. FOTO: Kirsten Gehrke
Von unserem Redaktionsmitglied
Kirsten Gehrke

SV Traktor Sarow und Fußball sind für Frank-Peter Dwars sein Leben. Er sieht in der Arbeit im Verein seine Passion.

Sarow.Der Tag fängt früh an. Um 6 Uhr steht Frank-Peter Dwars mit den Kindern auf. Die müssen eine halbe Stunde später zum Bus, der sie nach Demmin zur Schule fährt. Er macht sich langsam auf den Weg zur Sporthalle. Arbeit gibt es dort immer. Heute erledigt er erstmal ein bisschen Schreibkram, auch der Rasenmäher auf dem Sportplatz wartet, bevor am Nachmittag seine Jungs zum Fußballtraining kommen. Dann ist der 43-Jährige in seinem Element. Ohne ihn würde vermutlich der SV Traktor Sarow nicht so dastehen, wie er jetzt dasteht. Als Vorsitzender übernimmt er das Training aller Mannschaften, aktualisiert die Internetseite des Vereins, schreibt Berichte für die Zeitung, setzt sich mit Behörden auseinander, schreibt Anträge, leitet in der Schule Arbeitsgemeinschaften. Frank-Peter Dwars lächelt. In Trainingshose und Sportdress scheint er sich am wohlsten zu fühlen. Ein bisschen verrückt muss man sein, gibt er zu. „Es macht ja Spaß.“ Er ist froh, dass seine Frau da mitspielt und ihn für sein Ehrenamt den Rücken frei hält.
Eigentlich ist es kein Wunder. Er ist in die Aufgabe hineingewachsen. Sein Vater war jahrelang Vereinsvorsitzender und Sportlehrer. Damals war Sarow eine Handball-Hochburg. Da saß er schon als Knirps auf der Wechselbank, schrieb Torschützen und Tore mit. „Ich bin damit aufgewachsen, mein Vater war immer mein Vorbild.“ Bei ihm hat er selbst Handball gespielt, wechselte mit 11 zum Fußball, als diese Sportart in Sarow aufgebaut wurde. Im Überseehafen Rostock machte er eine Ausbildung und schnupperte zehn Jahre lang Großstadtluft. Doch 1995 kehrte er zurück.
Sein Vater brauchte damals Hilfe. So sei er in die Übungsleiterrolle reingeschlüpft. Als der Vater 1999 starb und auch der Vize-Vereinschef Manfred Kretschmar berufsbedingt nach Salzwedel zog, stand Frank-Peter Dwars plötzlich so gut wie allein da. Mit Papierkram und Anträgen hatte er bis dato nie etwas zu tun. Per Telefon half ihm Kretschmar, auch Bärbel Blank vom Kreissportbund unterstützte ihn viel. „Von ihr konnte ich mir immer einen Rat holen“, sagt Dwars. So ging es mit dem SV Traktor weiter.
Über eine dreijährige SAM-Stelle konnte er alle Trainingsgruppen hauptamtlich betreuen. Heute macht er es ehrenamtlich, seit etwa fünf Jahren ist er auch Vereinsvorsitzender. In Höchstzeiten hatte Sarow fünf Jugendmannschaften, ein Männerteam und Alte Herren. Die Arbeit als Übungsleiter sei seine Passion. Er gehe darin auf. Wenn Schützlinge von ihm weiterkommen, ist er stolz. Daniel Fischer (19) spielt beim FCN in der Oberliga, Danilo Kellmann (23) in der Verbandsliga beim FCN II. Stefan Rohde, Kevin und David Lipski sind Talente. „Einigen habe ich noch die Schuhe zugebunden und musste sie schweren Herzens zu anderen Vereinen ziehen lassen“, sagt Dwars und lächelt. „Aber ich verfolge immer noch den Werdegang.“ Frank-Peter Dwars setzt auf die holländische Trainingslehre mit Kurzpassspiel, Balltechnik und Flachpass. „Damit im Spiel Bewegung ist, auch in Barcelona spielen sie holländischen Fußball.“

Kontakt zur Autorin:
k.gehrke@nordkurier.de
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