Februar 23, 2012
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Film/Kino von Georg Wagner

„Mephisto“ soll Nachdenken über NS-Zeit anregen

Als Istvan Szabos Film in die Kinos kam, erhielt vor allem Hauptdarsteller Klaus-Maria Brandauer viel Lob. Er verkörpert darin die janusköpfige Haltung eines Opportunisten im „Dritten Reich“. Im Vorfeld des 8. Mai ist der Film jetzt in Demmin zu sehen.

Titelblatt des Romans „Mephisto“ von Klaus Mann.  FOTO: Repro
Titelblatt des Romans „Mephisto“ von Klaus Mann. FOTO: Repro
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Demmin (nk)  

Mit einem außergewöhnlichen Film will das „Aktionsbündnis 8. Mai“ im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe zum Nachdenken über den Nationalsozialismus anregen. Es zeigt am kommenden Sonnabend, 25. Februar, im Demminer Filmeck „Tivoli“ Istvan Szabos „Mephisto“. Mit dem Oscar-gekrönten Werk hatte der aus einer jüdische Familie stammende, ungarische Regisseur 1981 Klaus Manns gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1936 verfilmt und damit einen Mitläufer der NS-Zeit ins Kino gebracht.


In dem Roman geht es um den Schauspieler Hendrik Höfgen, der sich um seiner Karriere willen den Nationalsozialisten anschließt und erst viel zu spät erkennt, dass er einen Pakt mit dem Teufel eingegangen ist. Als Vorbild für Manns Romanfigur gilt sein Schwager, der Schauspieler und Regisseur Gustaf Gründgens. Dieser machte mit Protektion Hermann Görings im „Dritten Reich“ Karriere, wurde aber auch von Teilen der NS-Nomenklatur angegriffen. Nach dem Krieg kam er für kurze Zeit in Lagerhaft, danach gelang ihm ein erneuter Aufstieg. 1946 begann Gründgens in der Sowjetischen Besatzungszone eine zweite Karriere, die ihn bis an die Spitze des Hamburger Schauspielhauses führte.


Gründgens gilt Vielen als Paradebeispiel des opportunistischen Mitläufers. Das gab offenbar auch für das Aktionsbündnis den Ausschlag, sich für diesen Film zu entscheiden. Denn in der Ankündigung lehnt es sich an die Bundestagsrede Marcel Reich-Ranickis zum Gedenken an den Massenmord der Nazis an und den Vorschlag der Zeitung „Die Welt“, anlässlich dessen künftig die Rede eines Mitläufers zu hören, „der erzählen würde, was er damals gemacht, gedacht, getan, wo er weggeguckt, sein Gewissen beruhigt hat. Der bezeugen würde, dass das eine nie zu löschende Schuld darstellt.“


Die Hauptrolle des gefeierten Opportunisten spielt in „Mephisto“ Klaus-Maria Brandauer. Er verstrahle „einen Glamour, der uns heute Gänsehaut verursacht – aber besser noch Nachdenken über die moralischen Voraussetzungen einer demokratischen Gesellschaft in Gang setzt“, heißt es in der Ankündigung.
Der Film beginnt im „Tivoli“ am Sonnabend um 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Allerdings würden sich die Veranstalter über eine Spende freuen.


 

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