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Mit Löschspritze und Musik bis zur eisernen Hochzeit

Elsbeth und Rudi Harfenstein feierten gestern Eiserne Hochzeit. Die Familie mit vier Kindern, acht Enkel und neun Urenkel war natürlich auch dabei. [KT_CREDIT]  FOTO: Gudrun Herzberg
Elsbeth und Rudi Harfenstein feierten gestern Eiserne Hochzeit. Die Familie mit vier Kindern, acht Enkel und neun Urenkel war natürlich auch dabei. [KT_CREDIT] FOTO: Gudrun Herzberg

VonGudrun Herzberg

Ein seltenes Jubiläum feierte gestern ein Demminer Paar. Seit 65 Jahren ist es verheiratet.
In fünf Jahren winkt
schon die Gnadenhochzeit.

Demmin/Tutow.„Das hätte ich nicht gedacht, dass wir noch die eiserne Hochzeit begehen“, sagt Elsbeth Harfenstein und erinnert sich, dass eigentlich gerade erst die diamantene Hochzeit dran war. Wie doch die Zeit vergeht. Ein altes Foto liegt vor ihnen. 1946 haben sich Elsbeth und Rudi Harfenstein kennen gelernt. „Das war auf dem Tanzboden in Tutow, da war in den Dörfern noch etwas mehr los“, erzählt Rudi Harfenstein. Schon damals habe er Musik gemacht, Akkordeon gespielt.
Das Demminer Paar war damals mit den Eltern von Polen vertrieben worden. „Ich war ab 1943 Soldat bei der Kriegsmarine und später in amerikanischer Gefangenschaft. Dann wurden wir ausgewiesen und landeten in Tutow, erst später kamen wir nach Demmin“, erinnert sich der 86-Jährige. Nach dem Krieg wurde er Fernmeldebauhandwerker bei der Post. Auch seine Frau fand dort Arbeit.
Geheiratet wurde 1948 in der Wohnung der Eltern von Elsbeth Harfenstein. „Wir waren eine kleine Gesellschaft, aber es war eine lustige Feier mit viel Musik“, erzählt sie. Das Brautkleid hat ihre Mutter genäht und Rudi Harfenstein bekam einen schwarzen Anzug von seinem Onkel. „Nur einen Zylinder gab es nicht“, sagt seine Frau und lacht. Mit der Kutsche fuhr das Paar zum Standesamt und anschließend zur kirchlichen Trauung. Die Gäste zu bewirten, war in dieser Zeit schon etwas schwieriger, denn es gab noch Lebensmittelmarken. Dafür wurde Gulasch gekauft, und aus Trassenheide, wo die Mutter des Bräutigams wohnte, kam der saure Hering. „Mein Großvater hat Schnaps gebrannt“, erzählt der Bräutigam. Und ein Kollege aus seiner Band, mit der er immer in der Gaststätte „Zur Post“ gespielt hat, machte Musik.
Die Musik begleitete Rudi Harfenstein über viele Jahre. Ob Silvester, Frauentagsfeiern oder nach der Arbeit ging es zum Musizieren. Und da gab es noch ein zweites Hobby, die Feuerwehr. Seit 55 Jahren ist Rudi Harfenstein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Demmin. Er zog sogar dafür mit der Familie in die Baustraße, um näher am Feuerwehrhaus zu sein. Und gefeiert wurde gestern natürlich auch im Feuerwehrhaus.

Kontakt zur Autorin
g.herzberg@nordkurier.de

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