Das Schwarz-weiß-Foto des Ölbildes .[RS_CREDIT] :Repro: Gräfe
Von unserem Mitarbeiter Gerald Gräfe
Gut 60 Jahre lang blieb nur ein schwarz-weißes Foto vom Gemälde „Bach im Winter“ erhalten: Das Ölbild in der Größe von 120 x 110 Zentimetern, 1920 von der Darguner Pfarrerstochter Marie Hager geschaffen, war seit 1945 verschwunden.
Dargun.Als Schenkung eines Ernst Hager aus Dresden gelangte das Bild in den Besitz der Schweriner Kunstsammlungen. Deren Bestände wurden während des Zweiten Weltkrieges aus Schutzgründen heraus ausgelagert. Das Gemälde mit seinem Darguner Motiv kam in das Außendepot im Ivenacker Schloss. Dort hat es den Krieg sicher überdauert. Doch nach dessen Ende verloren sich die Spuren der Ansicht einer heute so nicht mehr erhaltenen Landschaft im Bereich der Untermühle östlich der Klosterkirche. Vor eineinhalb Jahren dann die Überraschung – das Gemälde tauchte wieder auf: Viele Jahre lang hing es im wahrsten Sinne des Wortes in der „guten Stube“ einer Familie. 1946 „entlohnten“ Soldaten der sowjetischen Armee damit wohl die Mutter der Familie. Teils stark lädiert, ist das Hager-Bild nach der Restaurierung in Schwerin zu sehen. Auch andere Zeugnisse der Darguner Geschichte verschwanden nach Ende des Krieges aus Museen und Archiven Mecklenburgs – bis heute. So sucht das Landeshauptarchiv Schwerin nach 58 Urkunden bzw. Faksimiles des Zisterzienserklosters Dargun. Der Inhalt dieser mittelalterlichen Papiere ist heute teils nur noch in vor 1945 erstellten Urkundenbüchern und wissenschaftlichen Schriften nachzuvollziehen. Sakrale Kunst aus dem Raum Dargun wird ebenfalls vermisst und von den Schweriner Kunstsammlungen bis heute gesucht. Konkret geht es um Plastiken und Schnitzwerk aus der gotischen Kirche von Groß Methling, die vor gut 120 Jahren abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wurde. Viele der mittelalterlichen Kunstwerke wurden in diesem Zusammenhang ab 1900 in die Schweriner Sammlungen überführt. Zu den Kriegsverlusten gehört eine 34 Zentimeter große Plastik des Evangelisten Johannes, welche der namentlich unbekannte „Darguner Meister“ schuf. Ausgelagert in das Schloss von Hohenzieritz, enden 1945 jegliche Nachrichten über das weitere Schicksal der Eichen-Figur. Ebenso verschwanden aus den Depots der Schlösser von Hohenzieritz und Mirow ein kniender Engel, die Figur des Moses mit den Gesetzestafeln als Kanzelträger sowie eine weitere Plastik des Evangelisten Johannes. Alle diese Stücke standen ursprünglich in der Methlinger Dorfkirche.