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Nach Protest gegen Mühlen: Jetzt dreht sich der Wind

„Ein Herz für die Region“: Mit diesem bunt geschmückten Wagen zogen die Windpark-Gegner vom Neukalener Ortsteil Warsow nach Schönkamp. Ihr Protest stimmt die Stadtvertreter jetzt offenbar um. [KT_CREDIT] FOTO: Iris Diessner
„Ein Herz für die Region“: Mit diesem bunt geschmückten Wagen zogen die Windpark-Gegner vom Neukalener Ortsteil Warsow nach Schönkamp. Ihr Protest stimmt die Stadtvertreter jetzt offenbar um. [KT_CREDIT] FOTO: Iris Diessner

VonTorsten Bengelsdorf

Kommando zurück: Die beiden Stadtvertreter- Fraktionen überlegen, wie sie den Windenergie- Beschluss aus dem Vorjahr wieder kippen können. Ganz ohne Risiken ist das nicht.

Neukalen.Das passt ja prima: In der kommenden Woche werden sich in der Peenestadt die Abgeordneten zu einer Sondersitzung treffen. Eigentlich sollte es dazu am 28. Mai fast ausschließlich um die Finanzen gehen, denn der Haushaltsplan steht auf dem Programm. Nun rückt aber ein weiterer Beschluss in den Mittelpunkt. Nach den Protesten gegen einen möglichen Windpark im Umfeld von Neukalen wird sich nun wohl auch in der Stadtvertretung der Wind drehen. Ein Beschluss aus dem Vorjahr, mit dem die Abgeordneten ein etwa 119 Hektar großes Gebiet im Bereich Schönkamp als geeignet für Windenergie-Anlagen einstuften, soll nun zurückgenommen werden. Wie das geschehen soll, darüber beraten derzeit noch die Fraktionen, erklärte Bürgermeister Willi Voß (CDU) am Dienstag. Allerdings warnt er auch vor allzu großen Hoffnungen: „Auch wenn wir unseren Beschluss aus dem Vorjahr zurücknehmen, laufen die Planungen im Rahmen der Raumordnung weiter. Das hat nicht die Stadt Neukalen ausgelöst, sondern das ist eine Landesangelegenheit.“
Tatsächlich muss es noch nicht viel bedeuten, wenn sich eine Kommune den Windenergie-Plänen in den Weg stellt. So gibt es mehrere Beispiele im Land, bei denen Städte oder Gemeinden ihr Einvernehmen verweigerten, die Windmühlen dann aber trotzdem aufgestellt wurden.
In einem solchen Fall wird es doch eher unwahrscheinlich, dass ein Investor dann noch die Zusammenarbeit mit der Kommune suchtoder sie sogar finanziell beteiligt.

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t.bengelsdorf@nordkurier.de

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