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Neue Glocken hängen im Turm

Viele Kletziner haben lange auf diesen Moment gewartet. Die neuen Glocken sind da. Am 5. Mai sollen sie zum ersten Mal zum Gottesdienst läuten. Dann werden sie festlich in Dienst gestellt.
Viele Kletziner haben lange auf diesen Moment gewartet. Die neuen Glocken sind da. Am 5. Mai sollen sie zum ersten Mal zum Gottesdienst läuten. Dann werden sie festlich in Dienst gestellt.

VonKirsten Gehrke

Nur noch wenige Tage müssen sich die Kletziner gedulden. Dann hören sie wieder Glockengeläut nach fast einem Jahr Ruhe.

Kletzin.Die Kletziner hielten es schlicht und doch war es ein ganz besonderer Augenblick. Als die beiden neuen Glocken am Dienstag im Dorf eintrafen, waren sie nicht geschmückt, aber hatten eine anziehende Wirkung. Bevor sie in den Turm der Kirche kamen, durften auf dem Platz vor dem großen Wohnblock die Kletziner ihre neuen Glocken genau bestaunen und anfassen. Kameras klickten. Freude war in den Gesichtern, feuchte Augen. Pastor Andreas Zander fuhr die Bronzeglocken offen auf einem Hänger durchs Dorf und brachte sie dann stolz zur Kirche. „Wir freuen uns alle riesig“, sagte Christa Lukat, die ehemalige Küsterin. „Als die alten still blieben, liefen mir die Tränen.“ Glocken würden nun mal zu Taufen, Festen und Beerdigungen dazugehören. Ohne Läuten, das sei kein Gottesdienst. Seit Pfingsten 2012 blieben die alten Eisenhartgussglocken aus Sicherheitsgründen stumm (der Nordkurier berichtete). „Glocken gehören ins Dorf“, meinte Doris Hennel. „Es wird Zeit, dass wir sie wiederkriegen.“
Manfred Fischer indes kam extra aus Greifswald, um bei diesem Jahrhundertereignis dabei zu sein. Kulturhistorisch sei für ihn das sehr bedeutsam. „Es ist sehr wichtig, dass die Glocken wieder da sind.“ Seine Frau Ruth hielt jedes Detail mit dem Fotoapparat fest. Und Werner Borgwardt, der 1940 in der Kletziner Kirche eingesegnet wurde, hatte den Pastor gewarnt. „Ich will nicht wie ein Hund beerdigt werden, habe ich zu ihm gesagt, das ist ihm wohl an die Nieren gegangen“, meinte Borgwardt und lachte. Die Glocken haben eine große Bedeutung für ihn. Dass es so schnell mit neuen geklappt hat, freut die ganze Gemeinde. Bürgermeister Detlef Klietz schenkte sogar Kaffee aus. „Das bringt Gemütlichkeit rein.“
Gemütlich machten es sich die Kletziner auch. Gespannt warteten sie auf den Augenblick, als erst die kleine, dann die große Glocke in den Turm hinaufgezogen wurden und hinter einer Luke verschwanden. Alles klappte wie am Schnürchen. Das erstaunte selbst Udo Griwahn von der Firma Turm-, Uhren- und Läuteranlagenbau aus Grimmen. Er orakelte noch, dass meist die kleinen Glocken, zu denen die Kletziner gehören, oft Ärger beim Einbauen machen. Aber er hatte sich geirrt. Als die Glocken über dem Boden schwebten, entlockte Griwahn ihnen einen ersten Ton.
Die Grimmener hatten den Turm für die Glocken vorbereitet. Der alte stählerne Glockenstuhl wurde auseinandergebaut und eine neuer aus Eichenholz zu zwei Dritteln aufgebaut. Der Rest konnte erst weitergebaut werden, als die Glocken hingen.

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k.gehrke@nordkurier.de

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