Februar 18, 2012
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Leute von Redaktion

Not mit Rollator und Hoffnung auf Kupferdiebe

Virtuell verunsichert
Endlich hat man mal wieder Friedrich Nowottny gesehen, den zungenfertigen Kommentator, und das haben wir dem gewesenen Bundespräsidenten zu verdanken. Älter ist er geworden, der Nowottny. Nun ja, das war nicht anders zu erwarten, aber er wurde auch ein wenig unsicherer. Mag sein, dass es an den neuen virtuellen Studios liegt. Gestern jedenfalls hatte man kurz den Eindruck, dass Nowottny entweder nicht recht an den Tisch glaubte oder aber sich selbst nicht traute. Kaum hatte er eine Kurzanalyse zum Wulff-Rücktritt gegeben, setzte er eine Tasse an, trank (wir vermuten: Kaffee) und wollte sie wieder abstellen. Nur, wohin? Auf den schmalen Tresen? Er zuckte zurück. Darunter? Da musste er erst nach einer Ablage suchen. Es war irgendwie bekannt. Eine Tasse absturzgefährdet am Tischrand, die macht nun mal nervös.

Herzlich empfangen
Wären wir böse, könnten wir natürlich den ganzen gestrigen Tag unter das Motto „Absturz“ stellen. Aber wir hier oben im Nordosten, suchen das Gute im Menschen. Fündig wird man bei der Kirche. Deren Schäfchen springen mit ihren Oberen nicht so um wie die Bürger mit Präsidenten. Das hat sich jüngst beim Orgelförderverein gezeigt, wo die Vorsitzende Marie-Luise von Bonin an die Wiedereinweihung von St. Bartholomaei nach der Sanierung erinnerte. Dazu war auch der Landesbischof gekommen. Und, das unterliegt keinem Zweifel, er hatte sich pudelwohl gefühlt. Jedenfalls äußerte er sich dahingehend. „Ich habe für mich gedacht“, fasste das Marie-Luise von Bonin zusammen, „auch ein Bischof braucht einmal offene Arme.“ Genau. Pech für Wulff, dass er nicht Bischof wurde. Aber jeder macht ja mal einen Fehler.

Köpfchen gezeigt
Damit nun aber genug von der hohen Politik. Kehren wir lieber zurück in die Niederungen des Demminer Alltags. Der hält schließlich für manch einen schon genügend Herausforderungen bereit. Man muss nur einmal mit dem Rollator durch die Stadt gehen. Dann trifft man auf Stellen wie den Durchgang im Haus der Volkssolidarität in der Rudolf-Breitscheid-Straße. Von dort führt ein Fußweg zur Baustraße. Das ist natürlich eine praktische Abkürzung Nur nicht mit Rollator. Denn, so beklagte kürzlich eine Rentnerin, der Weg sei mit versetzten Geländern so verstellt, dass sie dort nicht durchkomme. Die ältere Dame hatte allerdings schon eine Idee, wie sich dem auf bequeme Weise abhelfen ließe. Man könnte, so überlegte sie, die Stäbe kupferfarben anstreichen. Dann würden sie vielleicht von Kupferdieben gestohlen. Köpfchen muss man haben!(gwa)

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