Nordkurier.de

Radweg Demmin - Pensin: „Wir sind noch tiefes Randgebiet“

Senioren im BRH treffen sich und gehen gemeinsam auf Radtouren. Am Mittwoch nahmen sie die Route nach Loitz über Pensin zurück nach Demmin. Etwa 28 Kilometer absolvierten sie.  FOTO: Jana Otto
Senioren im BRH treffen sich und gehen gemeinsam auf Radtouren. Am Mittwoch nahmen sie die Route nach Loitz über Pensin zurück nach Demmin. Etwa 28 Kilometer absolvierten sie. FOTO: Jana Otto

VonKirsten Gehrke

Noch gibt es Lücken im Radwegenetz. Trotzdem können Radler ansprechende Routen in der Region finden.

Demmin.Rudi Bobzin lässt keinen Tag aus, fast keinen. Er schwingt sich am Vormittag aufs Rad und dreht seine Runden, immer eine andere Route. 1000 Kilometer saß der Demminer schon in diesem Jahr im Sattel. Am Donnerstag wählte er die Strecke nach Kletzin, Sophienhof, Loitz, über Pensin zurück nach Demmin. „In den Zeitlower Anlagen treffe ich immer auf Frauen, die auf dem Spaziergang dort Gymnastik machen“, erzählt er. Es gibt wohl keinen Winkel in der Region, den Bobzin radelnd nicht kennt.
„Heute geht es Richtung Woldeforst, 25 Kilometer.“ Der 88-Jährige glaubt, dass es genug Radwanderwege hier gibt. „Auch wenn noch Radwege gebaut werden müssen, wie jetzt der nach Rustow.“ Teilweise müssen Radler auf der Straße fahren. Da gibt es so einige gefährliche Stellen. Das hat Rudi Bobzin am Donnerstag erst wieder gemerkt, trotz Warnweste, die er immer an hat.
Der Abschnitt von Pensin nach Demmin, eigentlich schon von Loitz angefangen, wie er sagt, ist aus seiner Sicht viel zu eng. „Wenn mich einer überholt, dann kommt immer ein anderes Auto auch von vorn.“ Seitdem die Brücke in Loitz offen ist, habe der Verkehr stark zugenommen. Da wäre wirklich ein Radweg nötig. „Woanders sind die Straßen breiter, da geht es mit dem Fahren“, meint Bobzin.
Kletzins Bürgermeister Detlef Klietz ist auch sauer, dass alle Bemühungen der Gemeinde bisher fehlgeschlagen sind, dass an die Kreisstraße ein Radweg kommt. „Die Einwohner fordern das schon lange“, erklärt er. Aber weder von Demmin nach Pensin noch von Demmin nach Siedenbrünzow tue sich etwas für den Radtourismus. Bei Rustow werde ein Radweg jetzt gebaut. „Man könnte so schön rund ums Peenetal fahren.“ Da würde auch die Gaststätte in Pensin profitieren, wenn Radler dort einkehren. Aber nichts ist. „Touristisch ist hier nichts drin, wenn es kein vernünftiges Radwegenetz gibt“, glaubt Klietz. Dabei sei der Radweg Demmin – Pensin schon mal projektiert gewesen, teilweise Flächen dafür schon gekauft worden. „Aber wir sind nicht Waren, sondern tiefes Randgebiet.“ Nicht immer habe das mit knappen Kassen zu tun. „Manchmal fühlt man sich in unserer Region vergessen.“
Hartmut Kussmann, Bürgermeister in Warrenzin, sieht seine Gemeinde dagegen ganz gut mit Radwegen ausgestattet. „Wir haben den Europa-Radweg hier durch Beestland“, meint er. Und auch der lange Kampf um die Pedalstrecke an der
B 110 Demmin – Dargun ist gewonnen. Viele nutzen den neuen Radweg. Rudi Bobzin will auch nicht klagen. „Es gibt schöne Strecken“, sagt er. „Auch wenn nicht überall Radwege sind.“ Die schönste Route für ihn sei die durch die Woldeforst nach Seedorf, Wotenick, durchs Trebeltal und Drönnewitz zurück nach Demmin. „Das ist eine sehr abwechslungsreiche Strecke.“ Aber auch bis zum Kummerower See nach Verchen, an der Aalbude übersetzen und über Dargun zurück könne man gut fahren.

Kontakt zur Autorin
k.gehrke@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×