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Reise endet noch vor der unbekannten „Heimat“

Das Frachtschiff „Hanna“ hat zwar als Heimathafen Malchin am Heck stehen, war jedoch noch nie dort. Es kam jetzt zum ersten Mal nach Demmin.  FOTO: Georg Wagner
Das Frachtschiff „Hanna“ hat zwar als Heimathafen Malchin am Heck stehen, war jedoch noch nie dort. Es kam jetzt zum ersten Mal nach Demmin. FOTO: Georg Wagner

VonGeorg Wagner

In Malchin registriert, doch nur bis Demmin gefahren: Das Frachtschiff „Hanna“ bringt wieder Bewegung auf die Peene.

Demmin.Ein Mitarbeiter der HaGe Nordland brachte es spontan auf den Punkt. „Endlich“, rief er gestern Morgen über den Demminer Hafen, „endlich wieder einmal ein Schiff!“ Vor dem Wochenende lief die „Hanna“ den Demminer Hafen an, gestern wurde sie mit Raps beladen. Nach langem, teils winterbedingtem Stillstand bewegt sich damit wieder etwas auf der Bundeswasserstraße Peene. Letztmalig hatte am 11. März ein Frachtschiff am Bollwerk festgemacht, insgesamt bisher vier. Damals war das die „Aken“ aus Wolgast, jetzt kam ein Schiff, das die Region am Heck trägt. Die „Hanna“ hat als Heimathafen Malchin.
Eine für sie und ihren Schiffsführer Czeslaw Lazanowski fremde Heimat. Das Schiff mit einer Leertonnage von 843 Tonnen fährt zwar viel über deutsche Wasserstraßen, doch den Kummerower See hat es noch nie gekreuzt. Es kam bislang auch noch nicht die Peene aufwärts. In Demmin sei er zum ersten Mal, erzählte Czeslaw Lazanowski. Warum dann Malchin als Heimathafen? „Die Eigner haben es dort registrieren lassen“, sagte er und zuckte mit den Schultern. Warum gerade dort, das vermochte er nicht zu sagen. Auch dieses Mal werden Schiff und Besatzung ihren Heimathafen nicht zu sehen bekommen. Mit seiner Ladung Raps wird Lazanowski über Stettin, die Oder und Kanäle nach Hamm in Nordrhein-Westfalen fahren.
Tatsächlich gehört das Schiff einer polnischen Reederei in Stettin, einem kleinen Unternehmen. „Es hat insgesamt nur drei Schiffe“, erzählte der Kapitän auf der Brücke, während draußen das Verladen des Rapses in die Frachtluken begann.
Bis zu 600 Tonnen kann die „Hanna“ laden, falls die Wassertiefe reicht. Dem traute Lazanowski in dem für ihn noch unbekannten Gewässer offenbar nicht. Den Hafen hatte er vorwärts angelaufen. Jetzt, mit der Kahldenbrücke vor sich und dem relativ schmalen Flusslauf an Backbord und Steuerbord suchte er nach einer Wendemöglichkeit und lief dafür mehrfach die Peene im Hafenbereich auf und ab. Schließlich auf einen Rat der Stadt hin zur Mündung der Trebel, um dann achteraus wieder in den Hafen einzulaufen. Schwierig sei es auf der gewundenen Peene schon zu manövrieren, fand er. „Aber es war ja das erste Mal. Beim nächsten Mal geht es schon besser.“

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g.wagner@nordkurier.de

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