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Reise endet noch vor der unbekannten „Heimat“

Das Frachtschiff „Hanna“ hat zwar als Heimathafen Malchin am Heck stehen, war jedoch noch nie dort. Es kam jetzt zum ersten Mal nach Demmin.  FOTOs: Georg Wagner
Das Frachtschiff „Hanna“ hat zwar als Heimathafen Malchin am Heck stehen, war jedoch noch nie dort. Es kam jetzt zum ersten Mal nach Demmin. FOTOs: Georg Wagner

VonGeorg Wagner
undTorsten Bengelsdorf

In Malchin registriert, doch nur bis Demmin gefahren: Das polnische Frachtschiff „Hanna“ bringt wieder Bewegung auf den Peene-Wasserweg.

Malchin/Demmin.Nach einem langen winterbedingten Stillstand bewegt sich wieder etwas auf der Bundeswassertraße Peene. Die „Hanna“ lief in dieser Woche den Demminer Hafen an und wurde hier mit Raps beladen – ein polnisches Schiff, das die Region am Heck trägt. Die „Hanna“ hat als Heimathafen Malchin.
Eine für sie und ihren Schiffsführer Czeslaw Lazanowski fremde Heimat. Das Schiff mit einer Leertonnage von 843 Tonnen fährt zwar viel über deutsche Wasserstraßen, doch den Kummerower See hat es noch nie gekreuzt. Es kam bislang auch noch nicht die Peene aufwärts. In Demmin sei er zum ersten Mal, erzählte Czeslaw Lazanowski. Warum dann Malchin als Heimathafen? „Die Eigner haben es dort registrieren lassen“, sagte er und zuckte mit den Schultern. Warum gerade dort, das vermochte er nicht zu sagen.
Malchins Hafenmeister Reinhard Dorn hat dafür aber eine Erklärung. Laut Binnenschifffahrtsverordnung müsse das polnische Schiff für seine Fahrt auf deutschen Wasserstraßen hier auch einen gesetzlichen Vertreter vorweisen. „Da haben wir als Stadt vor einiger Zeit eine Anfrage bekommen, ob wir es uns vorstellen können, dass das Schiff den Heimathafen Malchin angeben kann“, berichtet Dorn. Warum nicht. Immerhin werde der Name der Stadt damit in die Welt hinaus getragen.
Auch dieses Mal haben Schiff und Besatzung ihren Heimathafen nicht zu sehen bekommen. Mit seiner Ladung Raps wird Lazanowski über Stettin, die Oder und Kanäle nach Hamm in Nordrhein-Westfalen fahren.
Tatsächlich gehört das Schiff einer polnischen Reederei in Stettin, einem kleinen Unternehmen. „Es hat insgesamt nur drei Schiffe“, erzählte der Kapitän auf der Brücke, während draußen das Verladen des Rapses in die Frachtluken begann.
Bis zu 600 Tonnen kann die „Hanna“ laden, falls die Wassertiefe reicht. Dem traute Lazanowski in dem für ihn noch unbekannten Gewässer offenbar nicht. Den Hafen hatte er vorwärts angelaufen. Jetzt, mit der Demminer Kahldenbrücke vor sich und dem relativ schmalen Flusslauf an Backbord und Steuerbord suchte er nach einer Wendemöglichkeit und lief dafür mehrfach die Peene im Hafenbereich auf und ab. Schließlich auf einen Rat der Stadt hin zur Mündung der Trebel, um dann achteraus wieder in den Hafen einzulaufen. Schwierig sei es auf der gewundenen Peene schon zu manövrieren, fand er. „Aber es war ja das erste Mal. Beim nächsten Mal geht es schon besser.“ Die „Hanna“ ist laut Malchins Hafenmeister das einzige Schiff, das Malchin als Heimathafen angibt. Die Reederei zu verpflichten, mit ihrem „Malchiner“ Schiff wenigstens einmal im Jahr im Heimathafen festzumachen und damit die Bilanz im hiesigen Industriehafen etwas aufzubessern, sei leider nicht möglich.

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