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von Robert Kiesel
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„Wir sind die eine Krankheit gerade los, da kommt die nächste schon auf uns zu“, sagt Sven Grumbach vom Landesschafzuchtverband Mecklenburg-Vorpommern. Dort besetzt er den Posten des Zuchtleiters und kennt die Sorgen der Viehhalter sehr genau. Diesen spricht er aus der Seele. Kaum scheint die in ganz Europa grassierende Blauzungenkrankheit überwunden, da bedroht mit dem Schmallenberg-Virus schon ein neuer Krankheitserreger die Herden und damit die wirtschaftliche Existenz der Viehhalter.
Bislang jedoch musste keiner der ansässigen Halter oder Züchter einen Fall des aus den Niederlanden und Frankreich nach Deutschland geschwappten Virus notieren. „Noch ist bei uns alles im grünen Bereich“, sagt Horst Behrend, Amtstierarzt im Bereich Tierseuchenprophylaxe am Regionalstandort Demmin. In Schleswig-Holstein und Brandenburg dagegen hat es schon erste Fälle gegeben. Viehhalter wie Tierärzte sind gewarnt. Gebannt beobachten sie die Ergebnisse des Friedrich-Löffler-Instituts für Tiergesundheit, welches die Ausbreitung der Tierseuche genauestens untersucht.
Thema wird diskutiert
„Natürlich ist das auch bei unseren Mitgliedern ein viel diskutiertes Thema“, sagt Silvia Ey, Referentin für Tierproduktion beim Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern. Man nehme die Bedrohung ernst, verfalle aber nicht in Panik, sagt sie weiter. Immerhin sei nach jetzigem Stand der Wissenschaft eine Übertragung des bisher in Europa unbekannten Virus auf den Menschen nicht feststellbar.
Bedroht sind jedoch sowohl Schafe als auch Rinder. Der durch Gnitzen, kleine Stechmücken, übertragene Virus führt zu Fehlbildungen bei Kälbern und Lämmern oder gar Totgeburten. „Im schlimmsten Fall können auch die Muttertiere daran verenden“, erklärt Sven Grumbach. Da die Glieder erkrankter Föten noch vor der Geburt versteifen, kann es zu schwerwiegenden Komplikationen bei der Geburt kommen. „Ob Fötus oder Muttertier, für die Züchter bedeutet beides ein wirtschaftliches Fiasko“, bemerkt Grumbach. Er rät den Landwirten dazu, ihre Tiere kurz vor dem Kalben noch genauer als ohnehin üblich zu beobachten und Auffälligkeiten zu melden.
Bisher keine Probleme
„Hier sollte es keine falsche Scheu geben“, sagt Grumbach. Momentan hoffe man auf die Einführung der Meldepflicht für das Schmallenberg-Virus zum 1. April, dann könnten Viehhalter wirtschaftliche Schäden bei der Tierseuchenkasse geltend machen.
Stoisch gelassen gibt sich derweil Ulrich Hasenleder, einer der wenigen Schafzüchter in der Region rund um Demmin. Er habe bei der Abnabelung seiner Tiere keine Probleme gehabt und verfolge die Diskussion um den neuen Erreger eher nebenbei. „Schließlich kommt doch eh alle zwei Jahre irgendetwas Neues“, sagt der Züchter.
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