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Schüler lernen weiter ohne „Grenzen“

Um den Bestand des Demminer Gymnasiums zu sichern, sollen Schüler aus Jarmen-Tutow und Peenetal-Loitz auch weiter hier zur Schule gehen können.  FOTO: Georg Wagner
Um den Bestand des Demminer Gymnasiums zu sichern, sollen Schüler aus Jarmen-Tutow und Peenetal-Loitz auch weiter hier zur Schule gehen können. FOTO: Georg Wagner

VonGeorg Wagner

Freie Wahl für Gymnasiasten und Förderschüler aus Jarmen-Tutow und Peenetal-Loitz, das zeichnet sich immer mehr ab.

Demmin.Das Goethegymnasium und die beiden Förderschulen des Kreises in Demmin sollen weiter für Schüler aus den Amtsbereichen Jarmen-Tutow und Peenetal-Loitz offenstehen. Dieses Ziel verfolgt ein Vertrag zwischen den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald, der gegenwärtig in den Ausschüssen behandelt wird. Mit ihm soll eine Auswirkung der Kreisgebietsreform abgefedert werden, die für die Schüler und Schulen Nachteile mit sich bringen könnte.
Im Fall des Gymnasiums ginge das bis zur Bestandsgefährdung. Denn rund ein Drittel der dortigen Schüler kommt aus den beiden zu Vorpommern-Greifswald gehörenden Amtsbereichen. Abgesehen vom Musikzweig wären für sie nun Gymnasien im Nachbarkreis zuständig.
Das soll ein Beschulungsvertrag zwischen beiden Kreisen ändern. Demnach blieben auch die Einrichtungen in Demmin für die gesamte Laufzeit des Schulentwicklungsplans bis 2018/19 „örtlich zuständig“. Das gilt nach Auskunft des Schulverwaltungsamtsleiters in der Seenplatte, Dirk Rautmann, auch für jene Kinder, die erst ab dem nächsten Schuljahr ans Gymnasium oder die Förderschulen wechseln. Dafür zahlt der Kreis Vorpommern-Greifswald nur die Hälfte des Schullastenausgleichs und die Schüler haben einen Beförderungsanspruch.
Weil es um den Bestand der Schulen gehe, sei diese Vereinbarung für die Seenplatte finanziell „eine Nullnummer“, meint der Vorsitzende des Bildungsausschusses, Rüdiger Bretschneider (SPD). Sein Ausschuss hat am Mittwochabend den Vertrag befürwortet. Zuvor hatte ihm der Haushalts- und Finanzausschuss zugestimmt, allerdings gab es auch Vorbehalte. Er verstehe, dass Demmin weiter die gymnasiale Bildung haben wolle, sagte dort Malchows Bürgermeister Joachim Stein (Grüne). „Aber wäre es nicht sinnvoll, mit der Stadt zu sprechen, ob sie die Trägerschaft übernimmt? Ich hätte sie gern mit im Boot.“
Begeistert wird die von Steins Vorschlag nicht sein, weiß Vize-Landrat Siegfried Konieczny (Die Linke). Er kennt die defizitäre Haushaltslage der Stadt gut. Sie werde sich nicht beteiligen, ist er sich sicher und Dirk Rautmann sagte im Finanzausschuss: „Wir werden gerne mit der Stadt sprechen. Aber mir fehlt der Glaube.“
Auch der Finanzausschuss sprach sich schließlich für den Vertrag aus. Die letzte Entscheidung darüber liegt bei den beiden Kreistagen.

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