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Schulessen-Zuschuss am meisten gefragt

Von unserem Redaktionsmitglied
Georg Wagner

Die Bildungskarte ermöglicht seit kurzem im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte eine einfachere Teilhabe am Bildungspaket.

Demmin.Findet das Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder aus einkommensschwachen Familien nur mäßig Anklang? Jüngste Medienberichte deuten in diese Richtung. Rund 40 Prozent des Geldes bleiben demnach ungenutzt. Doch was eine bundesweite Statistik feststellt, muss vor Ort nicht zutreffen. Nach Ansicht des stellvertretenden Geschäftsführers des Jobcenters Demmin, Roland Bengelsdorf, etwa ergebe das ein verzerrtes Bild. Denn Stadtstaaten wie Bremen mit ihrem räumlich dichten Angebot ließen sich nicht mit den Gegebenheiten auf dem flachen Lande vergleichen.
Ohnehin findet das Paket der Bundesregierung im Demminer Land offenbar einige Nachfrage. Nachdem es vor zwei Jahren zögerlich angelaufen war, hat sich das mittlerweile geändert. Rund 2000 anspruchsberechtigte Kinder leben im Bereich des Jobcenters Demmin, rund 17000 im gesamten Landkreis (der Nordkurier berichtete). 2699 Anträge auf entsprechende Leistungen gingen laut Bengelsdorf 2012 und im ersten Quartal 2013 im Bereich Demmin ein.
Die scheinbare Diskrepanz zur Kinderzahl hat statistische Gründe. Da jede Leistung als Einzelfall geführt wird, können mehrere Anträge auf ein Kind entfallen. Bewilligt wurden laut Roland Bengelsdorf 2477 Anträge. Neben dem Schulstarterpaket, das automatisch fließe, stand dabei Essensgeld ganz oben, gefolgt von Zuschüssen für Mitgliedschaften in Vereinen, Musikschulen und Klassenfahrten. „Wir haben im Zweifelsfall immer für die Anträge, für die Kinder entschieden“, sagt Bengelsdorf.
Mittlerweile hat der Kreis auch das Verfahren vereinfacht. Während der Bürgerbeauftragte des Landes, Matthias Crone, die Kommunen auffordert, Spielräume zu nutzen und damit Eltern besseren Zugang zu den Geldern zu ermöglichen, wurde zumindest im Seenplatte-Kreis in dieser Hinsicht bereits Vorarbeit geleistet.
Seit Februar gibt es die Bildungskarte. „Damit arbeiten wir bereits“, sagt Bengelsdorf. „Das ist eine sehr gute und einfache Sache.“ Die Kinder brächten das Kärtchen beispielsweise zum Sportverein, der buche dann über das Internet den Zuschuss ab.

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