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Vom Salzhaff in des Sommers Dorf

Will vor allem das Angebot für Familien und Kinder ausbauen: Bianka Pommerenke, künftige Betreiberin des mehrfach vom ADAC ausgezeichneten Campingparks Sommersdorf.  FOTos: thoralf plath
Will vor allem das Angebot für Familien und Kinder ausbauen: Bianka Pommerenke, künftige Betreiberin des mehrfach vom ADAC ausgezeichneten Campingparks Sommersdorf. FOTos: thoralf plath

VonThoralf Plath

Frühling wird’s in Sommersdorf: Der Campingplatz hat eine neue Chefin. Sie will den Laden zwar nicht auf den Kopf stellen, aber einiges ändern wird sich wohl schon. Damit die Gäste länger bleiben.

Sommersdorf.Das Campingjahr hat unterkühlt begonnen am Kummerower See, aber ist das ein Wunder? Schnee bis weit nach Ostern, Bodenfrost statt Frühlingssonne, wer mag da sein Zelt aufschlagen. Auch im Dorf mit der Urlaubsjahreszeit im Namen warten sie noch auf touristische Kundschaft. Bianka Pommerenke macht sich deswegen nicht verrückt. „Geht alles noch los“, sagt sie. Das kann man auch anders verstehen. Denn los geht es auch für sie – als neue Chefin des Campingparks. Noch sind Formalien zu klären, doch eigentlich steht es fest: Die 33-Jährige übernimmt das Ruder hier. Der Hamburger Touristikunternehmer Wolfgang Neumann gibt den vielfach preisgekrönten Zeltplatz am Kummerower See ab, in jüngere Hände.
Wolfgang Neumann und Bianka Pommerenke kennen sich schon lange, die gebürtige Wismarerin managte seit 2003 Neumanns großen Campingpark Pepelow am Salzhaff. In den letzten Jahren kam auch Sommersdorf dazu, sie kam regelmäßig her – und verliebte sich regelrecht in die idyllische Ferienwiese. „Das war jedes Mal so schön, die Straße vom Dorf runter zum See, der Blick auf die Mecklenburgische Schweiz gegenüber“, schwärmt sie. „Und auch der Platz selbst, der hat noch die Größe, dass die Leute zusammenhalten, diese familiäre Stimmung hier kennt man es von den großen Küstenplätzen gar nicht mehr.“ Auch zu den 39 Dauercampern hat sie von Beginn an guten Kontakt.
Und nun? Neue Besen kehren bekanntlich gut, was wird anders? Also, eines wolle sie gleich mal klarstellen, sagt sie, „ich komme hier nicht mit der dicken Brieftasche an.“ Der Laden laufe, da gäbe es keinen Grund, etwas radikal zu ändern. Aber eines stört sie denn doch: „Die Leute bleiben nicht lange genug. „Im Schnitt drei Tage, da müssen wir zulegen.“
Die Ferienunterkünfte in der Region haben alle ein gemeinsames Problem: Die Aufenthaltsdauer ist für einen wirtschaftlich tragbaren Tourismus zu gering. Das hatte jüngst schon Christin Hannemann, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes, öffentlich bemängelt und mehr Fantasie seitens der Gastgeber angeregt. Bianka Pommerenke sieht das genauso. „Wir müssen uns mehr einfallen lassen, damit die Gäste etwas erleben können. Urlaub bei uns, das ist nicht nur schöne Landschaft. Das ist sozusagen nur die Kulisse.“
Da der Campingplatz Sommersdorf sich als Familienareal versteht, will sie vor allem die Offerten für Kinder ausbauen, Unternehmungen, Exkursionsprogramme speziell für junge Camper entwickeln, kleine Abenteuer wie Lagerfeuerabende. Und sie hofft auf Mitarbeit von Touristik-Partnern wie der Surfschule nebenan: „Wenn wir zusammen Pakete schnüren für Familien und Kinder, haben alle etwas davon.“ Das Potenzial am See sei nicht riesig, aber da ginge schon noch was. „Unsere Möglichkeiten haben wir noch längst nicht ausgeschöpft.“

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