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Von Hausverbot keine Rede mehr

VonGerald Gräfe

Die Fronten zwischen der Stadt Dargun und dem Kirchenbauverein Berlin waren verhärtet. Nun scheinen beide Seiten doch noch zu einer Zusammenarbeit zu kommen.

Dargun.Weitgehend von der Öffentlichkeit unbeachtet tagte der Evangelische Kirchenbauverein aus Berlin drei Tage lang: Seine 5. Interdisziplinäre Fachtagung fand ausgerechnet dort statt, wo dem Verein vor Kurzem noch ein Hausverbot drohte: im Darguner Schloss. Das vom Verein geplante „Collegium Dargunense als kulturelles und wissenschaftliches Zentrum“ würde von der Stadtverwaltung „ohne erkennbare Gründe ausgebremst“, hatte Vereinsvorsitzender Dr. Thomas Buske im Vorjahr noch geklagt. Die Stadt solle den Park pflegen, sein Verein werde „bevollmächtigt“, die Anlage für das „Collegium auszubauen und herzurichten“, stellte er sich vor. Bürgermeister Karl-Heinz Graupmann (Die Linke) sprach von einer „Unverschämtheit“, der Vereinsvorsitzende habe die Verbindung zur Realität verloren: „Aus meiner Sicht ist jegliche Zusammenarbeit einzustellen.“ Sollte Buske dies nicht akzeptieren, helfe als „allerletztes Mittel“ so wie im Berliner Dom nur das „Hausverbot“. Berlins Dompfarrer Friedrich-Wilhelm Hünerbein hatte Buske und dessen Verein geschrieben: „Für Ihre geschichtlichen Falschaussagen und Fehleinschätzungen wollen und werden wir Ihnen in unserem Hause nicht länger ein Forum bieten.“
Zum Hausverbot kam es in Dargun nun doch nicht. Graupmann führte kurz vor Tagungsbeginn ein Gespräch mit Buske. In seiner Begrüßungsrede betonte der Bürgermeister dann: „Es freut mich, dass Sie mitnehmen, dass in der Anlage etwas passiert und dass wir weiterhin viele Förderer und Sponsoren benötigen.“ Den Südflügel, in dem der Verein eine wissenschaftliche Bibliothek einrichten möchte, auszubauen, „das erfordert eine komplexe Finanzierung.“ Diese Einrichtung müsse betriebswirtschaftlich arbeiten und dürfe nicht zur Investruine werden. „Der Grundgedanke ist gut. An diesem wollen wir gemeinsam arbeiten.“
Gegenüber dem Nordkurier betonte Graupmann, dass Buske zugesichert habe, seine Aktionen hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse der Kloster- und Schlossanlage einzustellen. Dafür wolle sich der Verein für den Ausbau des Südflügels engagieren. Der Bürgermeister gab ihm dazu seine Erkenntnis mit auf den Weg: „Es wird immer schwieriger, Geld für solche Anlagen zu sammeln.“ Allein der Ausbau koste über 250 000 Euro. Die Visionen des Vereinsvorsitzenden Buske gehen indes weiter. Bei der Vorstellung seiner „Disposition für einen weiteren Bauabschnitt Kloster-Schloss Dargun“ meinte er: „Wenn man in die Zukunft denkt, ist die Erschließung des Westflügels unerlässlich.“

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