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Vor spannenden Entdeckungen auf der Peene Kraft tanken im Seglerhafen

Romantik am Wasserwanderrastplatz: Wolfgang Jarius und Eva Wiedersich aus Österreich erkunden gegenwärtig mittels Hausboot die vorpommersche Flusslandschaft.  FOTO: Georg Wagner
Romantik am Wasserwanderrastplatz: Wolfgang Jarius und Eva Wiedersich aus Österreich erkunden gegenwärtig mittels Hausboot die vorpommersche Flusslandschaft. FOTO: Georg Wagner

VonGeorg Wagner

Rund 220 Urlauber haben im Mai den Demminer Wasserwanderrastplatz angelaufen. Die Betreiber aber rechnen noch mit erheblich mehr.

Demmin.Das Wetter sieht nicht gerade gut aus für Wolfgang Jarius. Trocken, gewiss, auch die Sonne kommt immer wieder zwischen den Wolken durch. Aber das Windmessgerät zeigt Stärken zwischen drei und vier an. Das könnte zum Problem werden mit einem Hausboot, das eine Seitenfläche von 16 Quadratmetern, kaum Tiefgang und einen Motor mit nur 20 PS hat. „Da fährt man überall hin, nur nicht dahin, wo man will“, schmunzelt der Skipper, während er das Handmessgerät wieder einpackt.
Seit Sonnabend ist Wolfgang Jarius gemeinsam mit Eva Wiedersich auf dem Wasser der Region unterwegs, zuerst auf dem Kummerower See, jetzt wollen sie mit dem Hausboot gemütlich die Peene abwärts tuckern und dabei die Natur genießen. „Wir mögen diese Flusslandschaften“, sagt Eva Wiedersich. „Das haben wir zu Hause nicht.“
Beide kommen aus Österreich, er aus Niederösterreich, sie aus Wien. Im vergangenen Jahr waren sie bereits auf der Havel unterwegs, jetzt lernen sie erstmals die Peene kennen. Und sie haben es geruhsam dabei. Das Hausboot gleicht einem Wochenendhäuschen auf einem Floß mit kleiner Veranda davor. Beide machen es sich darauf gemütlich in den letzten Minuten ihres Aufenthalts im Demminer Wasserwanderrastplatz.
Die beiden Österreicher sind an diesem Tag auf dem Gelände weitgehend unter sich, doch so ruhig war es in den vergangenen Wochen nicht immer. Trotz des kühlen Wetters sei im Mai, vor allem über Herrentag und Pfingsten, vergleichsweise viel los gewesen, erzählt Platzwart Johannes Röse. Im vergangenen Jahr kamen insgesamt rund 1400 Gäste, in diesem Mai landeten bereits 220 Urlauber in der Fritz-Reuter-Straße an, und dabei steht die Saison noch bevor. „Die Ferien beginnen ja erst“, sagt Röse. „Wir haben schon jede Menge Anmeldungen, auch ganze Feriengruppen, und viele kommen auch unangemeldet.“ Um dem Herr zu werden, machen die rüstigen Rentner des Seglerclubs Blau-Weiß bei der Betreuung mit, alles ehrenamtlich. Röse hat dafür ab Juni einen „Dienstplan“ aufgestellt. „So ist den Sommer über abgesichert, dass immer einer hier ist.“
Offenbar sind die Urlauber mit dem zufrieden, was sie vorfinden. Das bestätigen nicht nur Eintragungen im Besucherbuch, sondern auch gegenwärtige Gäste wie das Paar aus Österreich oder Heinrich Nölke aus Lippstadt im Landkreis Soest. Gemeinsam mit einem Freund war er eine Woche lang in einem Kajütboot unterwegs, jetzt richtet er den Trailer für die Rückfahrt her. Der Platz sei sauber, die Leute seien freundlich, stellt er fest. Nur das Wetter, gut, das hätte besser sein können.

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g.wagner@nordkurier.de

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