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Wehrchef verteidigt „Schönfeld“ im Namen

Von unserem Redaktionsmitglied
Jana Otto

Eine gemeinsame Jugendwehr der Seegemeinden ist gegründet. Doch bislang schultern die Schönfelder diese Aufgabe allein.

Schönfeld.Einen durchweg positiven Anklang in der Bevölkerung hat offensichtlich die Einrichtung einer Jugendwehr in Schönfeld gefunden. „Es läuft wunderbar“, freute sich Wehrführer Frank Richter. Auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung informierte er über den aktuellen Stand. Demzufolge sei der Förderverein gegründet worden und die Arbeit schon angelaufen. Elf Mädchen und Jungen aus Schönfeld und den umliegenden Gemeinden treffen sich jeden Freitag, um erste Kenntnisse im Brandschutz zu erlangen. So weit, so gut. Doch als Frank Richter den Namen des Vereins nannte, schrillten bei Bürgermeisterin Sabine Dietrich alle Alarmglocken. Denn der neu gegründete Verein, der sich die Förderung der Jugend mehrerer Gemeinden zur Aufgabe gemacht hat, verweist in seinem Namen kein Stück auf diese gemeindeübergreifende Angelegenheit. „Das stieß bereits zuvor bei den anderen auf Kritik“, wusste Sabine Dietrich. Sie gab zu bedenken, dass der Verein von allen beteiligten Gemeinden je 300 Euro im Jahr erwarte, die Nachbarn sich jedoch namentlich nicht wiederfinden. „Dabei wollten wir doch regionaler werden“, erinnerte Sabine Dietrich.
Die Entscheidung für das „Schönfeld“ sei jedoch bewusst gefallen, stellte Frank Richter dar. Schließlich liege die Hauptarbeit eben bei den Schönfelder Kameraden, sie kümmerten sich um die Ausbildung und stellten die entsprechenden Fachleute dafür. „Warum hätten wir den Verein anders nennen sollen? Jede andere Gemeinde hätte sich ja auch darum kümmern können“, meinte Frank Richter. Zudem bestehe der Verein vorerst ausschließlich aus Schönfeldern. „Und solange die anderen nicht mitmachen, kann der Verein meiner Meinung nach auch nicht den Zusatz „Seegemeinden“ tragen“, sagte der Wehrführer. Er habe seinerseits oft genug versucht, das Gespräch mit den umliegenden Freiwilligen Feuerwehren zu suchen. Jetzt erwarte er eben von ihnen ein Entgegenkommen. Und die Zusage, sich aktiv an so einem Jugendbereich zu engagieren, reiche nicht aus. Das sei allerdings auch anders abgesprochen gewesen, meinte Sabine Dietrich. Die Aufgaben innerhalb der Jugendwehr sollten unter den Nachbar-Wehren aufgeteilt werden. Hier gäbe es offensichtlich weiteren Gesprächsbedarf. Heute Abend um 19 Uhr wollen sich Vertreter dieser Wehren im Schönfelder Bürgerhaus treffen, um weitere Einzelheiten zu klären. Sicherlich wird es dabei auch um die Finanzen gehen. Die geforderten 300 Euro pro Gemeinde sollen aus den jeweiligen Haushalten kommen und nicht über Spenden eingeworben werden. „Im Moment weiß ich noch nicht, woher wir die nehmen, darüber muss der Finanzausschuss erst noch mal beraten“, sagte Sabine Dietrich.

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j.otto@nordkurier.de

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