Dezember 22, 2011
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Leute von Redaktion

Der Friseur gehört zu Kuders Leben

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Im März 1989 sind ihre Haare noch wild.
Von unserem Redaktionsmitglied
Andreas Zecher

Wir schauen den Promis auf
ihre Haarpracht. Im neuen Teil unserer Serie „Haarige Geschichten“: Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) ist
wegen ihrer gepflegten Frisur stets Aufmerksamkeit gewiss. Und ein Blick in ihr Fotoalbum zeigt: Auch in der Vergangenheit hatte sie immer ein Händchen für den richtigen Schnitt. Ob wild, obburschikos– Uta-Maria Kuders Frisuren waren immer ein Spiegel ihres Lebens.

Vorpommern.Uta-Maria Kuder hat verabredungsgemäß Bilder aus ihrem früheren Frisuren-Leben mitgebracht. Das ältere der beiden Fotos stammt aus dem März 1989. Der Betrachter hat eine Frau mit einem recht selbstbewussten Blick vor Augen, das Haar kurz und voll und mit Dichters Worten gesprochen, es ist bereits Schnee darin. Sie ist da 33 Jahre alt und hat sich zehn Jahre als alleinerziehende Mutter durchs Leben geschlagen. Nicht irgendwie, sondern erfolgreich. Zunächst hat sie auf dem zweiten Bildungsweg die Hochschulreife erworben und ist nun kurz davor ihr Jurastudium mit dem ersten Staatsexamen zu beenden.
Auf die Frage, ob die Beschreibung „burschikos“ auf Uta-Maria Kuder anno 1989 zutrifft, sagt sie „Ja“. Alleinerziehende Frauen werden das sicher gut verstehen. Es heißt, einerseits Mutter sein, aber auch mit unverzichtbarer Härte den Widerständen zu begegnen und sie zu brechen, die eine von Männern dominierte Welt ihr in den Weg stellt. Kurz gesagt – für aufwendig zu gestaltende Frisuren ist da keine Zeit, vermutlich auch die Lust dazu nicht gegeben.
Ja 1989, Kuder hat Wende und Wiedervereinigung tief im Westen, in Düsseldorf erlebt. Dass es sie einige Jahre später, tief in den Osten, nach Vorpommern verschlagen sollte, stand da noch in den Sternen. Kurze Zeit nach dem zweiten Staatsexamen bricht sie dorthin auf. Es ist der Ruf nach Juristen, dem sie ins Greifswalder Rathaus folgt. Keinesfalls mit dem Ticket der CDU in der Hand macht sie dort Karriere.
1995, sie feiert Weihnachten bei ihren Eltern. Kuder ist jetzt Leiterin des Rechtsamtes. Aus der Tochter ist nach bürgerlichem Maß „etwas geworden“. Ihr Weg dorthin war länger, weil kurvenreicher, als gedacht.
Das Leben kennt eben kein allgemeingültiges Rezept für Erfolg, aber nun ist er da.
Dank der Arbeit, natürlich. Dazu die passende, pflegeleichte Frisur. Das Haar noch kürzer, im Notfall mit wenigen geschickten Griffen in die gewünschte Form zu bringen. Denn Zeit ist wenig. Unnötig zu sagen, dass ein tadelloses Äußeres nicht Qualifikation und Leistung ersetzt.
Die Kollegen im Greifswalder Rathaus lernen Uta Maria Kuder als einen Menschen kennen, bei dem beides zusammengehört, jeweils füreinander spricht. Das zu erreichen, ist offenbar bei Frauen ausgeprägter als bei Männern. Wenn bei denen ein Gang zum Friseur ausfällt, na ja ...
Nicht nur für die Ministerin undenkbar. Als sie nach Schwerin kam, ist sie gerade einmal vier Jahre in der CDU. Da will doch niemand von Parteikarriere reden.
Sie lenkt in der rot-schwarzen Regierungsriege die Blicke auf sich und wird sich schnell durch ihren Arbeitselan einen Namen machen. Wenige Wochen im Amt, zieht sie sich zwischen zwei Terminen am Wochenende einen komplizierten Knöchelbruch zu. Kaum auf den Beinen, ist sie wieder im Dienst. Auf Krücken zwar, aber immer noch mit tadelloser Frisur. Dabei ist es geblieben. Auch an Arbeitstagen, die nicht Enden wollen, das Gesicht kann den Stress nur schwer verbergen, die Haare aber liegen, wie sie sollen.
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