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Echte Pommersche auf der Zielgeraden

Sieben Fleischereien haben eine Gemeinschaft gegründet.
Sieben Fleischereien haben eine Gemeinschaft gegründet.

Etwas weniger Majoran, ein bisschen weniger Pfeffer – Walter Kienast kennt die Unterschiede zwischen Wurst aus Pommern und Thüringen. „Ein wenig dezenter schmeckt es bei uns“, verrät der Geschäftsführer der Greifen-Fleisch Greifswald. Schon von der Geschichte her habe pommersche Wurst wie auch schlesische oder die aus Thüringen einen guten Ruf. „Das wollen wir ausnutzen“, kündigt er an.
Für die Pommersche Leberwurst, Pommersche Schlagwurst und Pommersche Blutwurst streben sieben Fleischereien aus Vorpommern den Herkunftsschutz an.

Dazu haben sie die Schutzgemeinschaft Pommersche Fleisch- und Wurstwaren gegündet. „Ich habe mich vor den Karren spannen lassen“, berichtet Vereinschef Walter Kienast. Das war vor sechs Jahren. Heute ist Kienast guten Mutes, dass ab 2014 zunächst für Deutschland die drei pommerschen Wurstprodukte geografisch geschützt sein werden. „Hinter uns liegt ein steiniger Weg“, blickt er zurück. Das Herkunftsgebiet musste beschrieben, „hohe“ Qualitätstandards festgezurrt und technologische Verfahren bestimmt werden. Dem sei ein langes Anhörungsverfahren gefolgt. „Alles zur Zufriedenheit des Patentamtes“, gibt er sich überzeugt. Laut Kienast konnten die Vorpommern von den Thüringer Kollegen lernen. „Die haben uns die nötige Problemsicht verschafft“, schätzt er ein.

Entstanden seien Rezepturen, die jeder Fleischerei den Spielraum lassen, eigene Ideen umzusetzen. Jeder Betrieb in Vorpommern könne die Rezeptur verwenden, die Werbung mit dem Logo „Pommersche“ sei nur den Mitgliedern der Schutzgemeinschaft gestattet. Festgelegt ist der Fleischanteil, gewürzt wird unter anderem mit Majoran, Tymian und weißem Pfeffer. Dass der Aufwand um die Pommersche nicht aus nostalgischer Liebhaberei betrieben wird, daran lässt Kienast keine Zweifel. „Es geht um mehr Absatz und damit auch um mehr Arbeit in der Region“, stellt er fest. Zudem sei eine eigene Herkunftsmarke gut geeignet, Mecklenburg-Vorpommern bekannter zu machen. Dieses Ziel imponiert offenbar auch Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Das Land hat 30000 Euro an Fördermitteln für die Schutzgemeinschaft locker gemacht, um für die Pommersche auch den europaweiten Schutz durchzusetzen. Bislang gebe es in Deutschland 50 derartiger, überregional bekannter Produkte, wie eben die Thüringer Bratwurst oder das Lübecker Marzipan, heißt es.

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