November 29, 2011
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Boxen von Redaktion

Ex-Weltmeister Sylvester will zurück in den Ring

Im Boxsport liegen Triumph und Niederlage dicht beieinander - das durchlebt gerade Sebastian Sylvester.

Vorpommerns Ex-Boxweltmeister Sebastian Sylvester hofft nach zwei Niederlagen in Folge auf eine neue Chance. [RS_CREDIT] FOTO: Jörg Foetzke
Vorpommerns Ex-Boxweltmeister Sebastian Sylvester hofft nach zwei Niederlagen in Folge auf eine neue Chance. [RS_CREDIT] FOTO: Jörg Foetzke
Greifswald (Jörg Foetzke)  

Vom Weltmeister zum Nobody – unter diesem Motto lief das zu Ende gehende Jahr für Sebastian Sylvester. Zwei verlorene Kämpfe haben die Situation für den Box-Profi aus Greifswald grundlegend verändert. Dennoch fühlt sich Sylvester nicht am Ende seiner Karriere. Gegen den Australier Daniel Gale, der ihm am 7. Mai in Neubrandenburg den Weltmeistertitel abnahm, „habe ich mich eigentlich vorne gesehen“, sagt Sylvester. Beim EM-Kampf am 1. Oktober ebenfalls in Neubrandenburg gegen den Polen Proksa sei die Strategie nicht aufgegangen, weil der Pole einen glücklichen Treffer landen konnte.

Die Situation nach dem Kampf sei besonders hart gewesen. „14 Tage habe ich zu Hause gebraucht, um das zu verarbeiten“, sagt der Box-Profi. Selbst für Freunde und Vertraute war er nicht erreichbar, „denn das Telefon hatte ich abgeschaltet“. Dabei sind die Sympathiewerte des Champions in Vorpommern ungebrochen. „In den vergangenen Wochen gab es viele E-Mail von Fans, die mich aufmuntern und trösten wollten“, berichtet der 31-Jährige. Auch habe von den regionalen Sponsoren bisher kein einziger die Zusammenarbeit aufgekündigt.

Nun sieht der „Hurrikane“ – so Sylvesters Spitzname – wieder nach vorne, obwohl die berufliche Zukunft immer noch ungewiss ist. „Das macht einen schon zu schaffen, wenn man morgens aufsteht und nicht weiß, wie es weitergeht“, sagt der Ex-Weltmeister. Doch er hält sich sportlich fit. Dreimal die Woche steht Lauftraining an, zweimaldie Wochestemmt der Boxer Gewichte in einem Greifswalder Fitness-Studio und immer donnerstags trifft er sich mit Kumpels zum Fußball spielen.

Dennoch würde Sylvester für den einen oder anderen Kampf wieder in den Ring steigen. Dass er dabei an die großen Erfolge vergangener Jahre anknüpfen kann, glaubt er hingegen selbst nicht mehr so recht. „Dafür müsste es schon richtig gut laufen“, sagt er. Doch ob er jemals wieder in den Ring steigt, hängt nicht vom „Hurrikane“ allein ab: „Ob es mit dem Boxen weitergeht, liegt bei Sauerland“ sagt Sylvester. Der Boxstall könne ihm nach zwei verlorenen Kämpfen kündigen, und ohne Management hätte er keine Chance auf größere Kämpfe. Doch bisher habe es keine negative Nachricht aus Berlin gegeben. Ganz im Gegenteil: „Man hat mich als Gast zu einem Kampfabend am 3. Dezember nach Helsinki eingeladen“, berichtet Sylvester. Daraus zieht er Hoffnung, denn schließlich würde man so mit niemanden umgehen, von dem man sich trennen will.

„Wir werden eine Möglichkeit finden, weiter mit ihm zusammen zu arbeiten“, erklärt ein Sprecher des Sauerland-Boxstalls. Allerdings lässt er offen, ob es eine Fortsetzung für Sylvesters Boxkarriere gibt. Die Entscheidung darüber steht offensichtlich noch aus.

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