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Greifswald: Nackt-Verführung zu einem Kunstausflug am Herrentag

Mit diesem Plakat wird derzeit in Greifswald und im Umland für die Ausstellung geworben – die womöglich ganz besonders die Herren der Schöpfung in ihren Bann zu locken vermag. [KT_CREDIT] FOTO: stefan sauer
Mit diesem Plakat wird derzeit in Greifswald und im Umland für die Ausstellung geworben – die womöglich ganz besonders die Herren der Schöpfung in ihren Bann zu locken vermag. [KT_CREDIT] FOTO: stefan sauer

Was für ein Anblick! Eine barbusige Schönheit räkelt sich am Strand in der Sonne. Der Traum eines jeden Mannes! Ob es tatsächlich besonders viele Männer sind, die derzeit die Ausstellung „Akt & Natur“ im Pommerschen Landesmuseum besuchen, erfasst das Museum zwar nicht – fest steht nur: Schon am ersten Tag kamen über 200 Menschen, um die nackten Frauen zu sehen, die Klaus Ender fotografierte.

Seine ersten Modelle knipste er 1964 am FKK-Strand Bakenberg-Nonnevitz auf Rügen. Bis heute merkt man ihm die Verbundenheit mit dem Norden an. Die wiederkehrenden Merkmale seiner Fotografien sind das Meer, das Spiel von Licht und Schatten sowie die Ästhetik eines schönen Frauenkörpers. Der SED war er allerdings ein Dorn im Auge: 1972 floh er von Rügen und zog 1981 deswegen sogar nach Österreich. Erst seit 1996 lebt er wieder auf der Insel.

Ausstellungs-Kurator Mario Scarabis ist nach dem fulminanten Eröffnungstag, an dem auch Ender selbst kam, sehr zuversichtlich, dass das Interesse an der Ausstellung über die kommenden Monate hinweg anhält. Eigentlich erschließt sich die Ästhetik der 150 Fotos ganz von selbst, doch wer Interesse an einer Führung hat, kann am kommenden Sonntag zum Internationalen Museumstag um 15 Uhr an einer Sonderführung teilnehmen. Ansonsten gibt es bis zum 11. August immer sonntags um 11 Uhr eine Führung.

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