Hanshagener Kirche immer wieder Opfer von Vandalen
Dreimal statteten Vandalen der Hanshagener Kirche einen Besuch ab. Jetzt bleibt das Gotteshaus auch tagsüber zugesperrt. FOTO: Jörg Foetzke
Von unserem RedaktionsmitgliedJörg Foetzke
Randalierer suchten bereits dreimal in diesem Jahr das evangelische Gotteshaus in Hanshagen sowie den Friedhof heim. Die Gemeinde weiß keinen anderen Rat mehr und sperrt die Kirche nun auch tagsüber zu.
Hanshagen.Hanshagen ist eine Idylle, wie sie im Buche steht. Sogar die Katzen sind tiefenentspannt und nutzen die Dorfstraße zum ausgiebigen Sonnenbad. Was sich in den vergangenen Wochen und Monaten in der Kirche sowie auf dem Friedhof des Ortes abspielte, passt jedoch nicht in das Bild vom heilen Dorf: Das Gotteshaus wurde seit Jahresbeginn gleich dreimal von Vandalen heimgesucht. Die erste Anzeige stammt aus dem Januar, als die Klinke der Kirchentür abgebrochen wurde. Der Schaden betrug 500 Euro. Ende Mai nahmen sich die Vandalen dann den Altarraum zum ersten Mal vor. Sachbeschädigungen gab es nicht, doch die von den Eindringlingen gestiftete Unordnung versetzte die Kirchengemeinde in Aufregung. Am 2. Juni machten sich wieder ungebetene Gäste im Gotteshaus zu schaffen, Altarkerzen wurden abgebrochen, Blumen aus den Vasen gerissen, ein gusseisernes Kreuz demoliert und der Opferstock geplündert. Darüber hinaus gab es einige Merkwürdigkeiten auf dem zentral im Dorf gelegenen Friedhof. Da wurde über Nacht der Wasserhahn aufgedreht, so dass sich bis in den Morgen rund um die Zapfstelle ein kleiner See gebildet hatte. Gießkannen und Gartengeräte hatten die Randalierer über das ganze Friedhofsgelände verstreut. Pastor Matthias Ballke kann sich die Untaten nicht erklären. „Daraus sprechen Dummheit und Respektlosigkeit“, meint der Gemeindepfarrer. Die Polizei hat noch keine heiße Spur, lediglich eine ungenaue Beobachtung lässt auf die möglichen Täter schließen. Die letzte Kirchenheimsuchung kann in die Nachmittagsstunden eingeordnet werden. Zu dieser Zeit wurden drei Mädchen in der Nähe der Kirche beobachtet, allerdings konnten sie durch den Beobachter nicht weiter identifiziert werden. Auch Michael Harks, Bürgermeister in Hanshagen geht davon aus, dass Mädchen für die Taten in der Kirche verantwortlich sind. Dafür gebe es Hinweise, die der Bürgermeister allerdings nicht nennt. Die Kirchengemeinde will den Übeltätern nun durch eigene Ermittler auf die Spur kommen. „Wir fragen gezielt die Einwohner“, erklärt Matthias Ballke. Bis sich die Angelegenheit aufgeklärt hat, bleibt die Hanshagener Kirche nun auch tagsüber abgeschlossen. Besucher haben dennoch die Chance zur Besichtigung. Sie müssen allerdings zuvor den Kirchenschlüssel vom Küster holen.