Januar 24, 2012
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Unternehmen von Redaktion

Kraftwerk nicht in Sicht

Mehr als 2000 Menschen arbeiten gegenwärtig am ehemaligen Kernkraftwerk bei Lubmin. Nur fraglich ist, ob die Energieerzeugung am Bodden eine Zukunft hat.

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Im ehemaligen Maschinenhaus des Kernkraftwerks werden jetzt Komponenten für Off-Shore-Windräder gebaut. [RS_CREDIT] Fotos: Jörg Foetzke
Lubmin (Jörg Foetzke)  

 

Den geplatzten Bau des Steinkohlekraftwerks des dänischen Energiekonzerns Dong vor zwei Jahren sieht Henry Cordes, Geschäftsführer der Energiewerke Nord (EWN), nach wie vor als „schweren Rückschlag“ für das Gewerbegebiet an den abgeschalteten Lubminer Atommeilern. Im Sog des Großprojektes wollten so einige Unternehmen mit hohen Energiebedarf ihre Zelte am Bodden aufschlagen. „Dong war für uns ein Anker-Investor, der weitere Aufgaben wie das Liegenschaftsmanagement übernehmen sollte“, erklärt Cordes. Den Rückschlag habe der Standort dennoch gut verdaut. Mehr als 2000 Leute haben gegenwärtig am Standort Arbeit. Gut 850 Beschäftigte gehören zur EWN, insgesamt 1200 Mitarbeiter beschäftigen die anderen am Standort tätigen Unternehmen.
„Anfragen von Investoren gibt es jeden Monat“, sagt Cordes. Vor allem der Maschinen- und Anlagenbau habe eine ermutigende Entwicklung genommen. So habe sich im vergangenen Jahr die dänische Firma „Bladt“ angesiedelt, die Teile für Offshore-Windkraftanlagen herstellt und mittlerweile 60 Mitarbeiter beschäftigt. Auch der Kranhersteller Liebherr soll eine Erweiterung der Lubminer Produktion ins Auge gefasst haben. Weitere Firmenansiedlungen in dieser Branche hält der EWN-Geschäftsführer in den kommenden Monaten für möglich.


Sorgen macht den Verantwortlichen jedoch die Energieerzeugung. „Auch dafür ist Lubmin nach wie vor ein guter Standort“, bekräftigt Cordes. Favorisiert werden jetzt vor allem Gaskraftwerke. So führt die EWN das Genehmigungsverfahren für das Steinkohlekraftwerk weiter, allerdings mit anderen Voraussetzungen. Statt Kohle soll Erdgas verstromt werden und das in kleineren Dimensionen als beim Dong-Projekt.


Jeweils ein Gaskraftwerk wollten die deutschen Energieerzeuger Eon und EnBW in Lubmin bauen. Doch Eon hat die Pläne bereits im vergangenen Jahr zu den Akten gelegt und offenbar weiß im Unternehmen derzeit niemand, was man mit dem Grundstück im Lubminer Gewerbegebiet anfangen soll. EnBW lässt sich noch alle Optionen offen. Weiterhin verfolgt der Energieversorger das Genehmigungsverfahren für ein Gas- und Dampfkraftwerk, dass auf dem 2001 vom Unternehmen errichteten Lubminer Areal entstehen könnte. „Jedoch gibt es keine Entscheidung zur Investition“, erklärte EnBW Pressesprecherin Frederike Eggstein. Wesentliche Voraussetzungen dafür wären eine Baugenehmigung für das Kraftwerk sowie ein Gasbelieferungsvertrag mit wirtschaftlichen Kondi-tionen.
Auch Henry Cordes weiß nicht, ob die von Dong übernommenen und modifizierten Kraftwerksplanungen letzten Endes Realität werden. „Ich werde die Flächen nicht auf Dauer blockieren, wenn wir sie für die Ansiedlung eines Investors aus einer anderen Branche nutzen können“, sagt der EWN-Chef.

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