Januar 19, 2012
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Leute von Redaktion

Lieber Lehramts-Studium statt einen Bachelor

Liebe soll bekanntlich blind machen. Doch offenbar verstellt auch die Suche nach dem großen Glück manch einem den Blick auf die Realität. Bachelor-Kandidatin Mary scheint davon betroffen.

„Greifswald hat kein Flair“, sagt Bachelor-Teilnehmerin Mary. Und das obwohl die Studentin mehrere Jahre dort lebte. FOTO: RTL
„Greifswald hat kein Flair“, sagt Bachelor-Teilnehmerin Mary. Und das obwohl die Studentin mehrere Jahre dort lebte. FOTO: RTL
Foto: merat
Vorpommern (Jörg Foetzke)  

Nun ist es soweit – die Show geht ohne Mary weiter. Die Greifswalder  Lehramtsstudentin buhlt nicht weiter um die Beachtung des „Bachelors“ – und das ohne große Reue. „Er hat die richtige Entscheidung getroffen“, sagt Mary. Denn bei einem Date habe sie gemerkt, dass die Lebensziele des Hamburgers nicht die ihren sind. Aber die 26-Jährige von der Insel Rügen nimmt es mit Fassung: „Er war doch ziemlich oberflächlich und nur an Äußerlichkeiten interessiert.“ Dafür hat die Blondine aus Vorpommern nun rein gar nichts übrig. Sie interessiert sich ausschließlich für die innere Schönheit der Männer. „Er muss mich einfach umhauen“, sagt Mary. Und das ganz ohne einen Hammer zu gebrauchen.


Dabei sei es auch ganz egal, ob der Auserwählte die Frühstücksbrötchen mit der Kreditkarte bezahlt oder lediglich von der Stütze lebt. „Schließlich will ich einen Mann heiraten und nicht sein Portemonnaie“, sagt sie. Und der könne gar ein wenig älter sein – so zwischen 30 und 40.


Also Persönlichkeit ist alles – da fragt man sich doch, warum die blonde Rüganerin nach Südafrika jettete, um den „Bachelor“ zu bezirzen. An Bewerbern in der Kategorie „erfahren, dynamisch und doch erfolglos“, da gibt es in Vorpommern keinen Mangel. Aber wahrscheinlich hat sich Mary im Laufe ihres Lebens eine ganz besondere Sichtweise zugelegt, bei der so einige Dinge ausgeblendet werden. Hatte man noch im ersten Moment angenommen, eine „vorpommersche Patriotin“ wird den Ruf einer verkannten Region bundesweit aufpolieren, stellt sich nun heraus, dass offenbar eine Nestbeschmutzerin am Start war. Denn eigentlich war Mary dem Publikum als Greifswalder Lehramtsstudentin suggeriert worden.


Doch o weh, Greifswald – der jungen Dame ist es fast peinlich, mit dieser Stadt in Verbindung gebracht zu werden. „Ich hätte auch zum Studium nach Bonn gehen können“, beeilt sie sich zu erwähnen. Und eigentlich ist ihre Greifswalder Zeit vorbei – längst lebt sie in Rostock. Auch Marys Erinnerungen an die Hansestadt sind nicht gerade grandios: „Greifswald ist eine Stadt ohne Flair – mich hat sie nicht so angesprochen“, lässt sie uns wissen. Und die Menschen – meist habe es sie nur mit Studenten zu tun gehabt.


Da fragt man sich doch ein wenig besorgt, was ist denn mit dieser jungen Dame nur geschehen? Man muss kein Greifswald-Fan sein, um der Stadt durchaus Flair zuzuschreiben. Wer es nicht macht, war wohl weder in der Innenstadt, noch hat er die Eldenaer Klostermauern und die Wiecker Klappbrücke gesehen. In den Amtsstuben der Greifswalder Stadtverwaltung hat die Äußerung der Bachelor-Gespielin jedenfalls größte Heiterkeit ausgelöst. Bei jemandem, der auf solche Art den Partner fürs Leben finden will, sei es gar nicht verwunderlich, dass er die Schönheiten der Stadt nicht wahrgenommen hat, sagten ganz böse Zungen. Doch wahrscheinlicher ist diese Vermutung einer Mitarbeiterin: „Weil sie auf der Suche nach der großen Liebe immer in das Innere schaut, hat sie natürlich für alles andere keinen Blick mehr.“


Auf jeden Fall nimmt Mary die Äußerung zum fehlenden Flair in Greifswald niemand wirklich übel. Vielmehr wird ihr viel Glück gewünscht und dass sie bald den Partner fürs Leben findet. Doch an einem Punkt enden die großen Wünsche. Eine Greifswalder Ehrenbürgerschaft wird es für Mary wohl eher nicht geben.

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