Dezember 17, 2011
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Konflikte von Redaktion

Müssen im neuen Jahr geprügelte Frauen zu ihren Peinigern zurück?

Von unserem Redaktionsmitglied
Anke Radlof

Zwar ist das Frauenhaus in Greifswald kreisweit die einzige Einrichtung dieser Art. Doch das Haus stand beinahe vor dem finanziellen Aus, weil Greifswald kein Geld mehr dafür geben wollte.


Greifswald.Das Greifswalder Frauenhaus ist vorerst finanziell gesichert. „Wir haben die fehlenden 9000 Euro kurzfristig aus anderen Haushaltsstellen zusammengekratzt“, erklärt der im Kreis zuständige Fachdienstleiter für Soziales Gerd Hamm.
Anfang des Jahres war das einzige Frauenhaus im Landkreis Vorpommern-Greifswald in schwieriges Fahrwasser geraten, da sich die Stadt Greifswald teilweise aus der Finanzierung zurückgezogen hatte. „Greifswald hatte bis dahin neben dem Land den Löwenanteil getragen“, betonte Hamm. Mit dem Rückzug sei das dann vorbei gewesen, und es klaffte ein finanzielles Loch von 9000 Euro. Das Geld ist jetzt aber da, und Hamm versichert: „Bis Ende Januar kommt das Frauenhaus über die Runden.“ Wie es dann im kommenden Jahr weitergeht, darüber muss noch entschieden werden. Ein Vorschlag der Verwaltung sei es, dass sich die Stadt Greifswald und der Kreis im kommenden Jahr die Kosten von insgesamt 60 000 Euro teilen. „Dafür gibt es aber noch keine Haushaltbestätigung“, betont Hamm. Sollte sich der Kreistag aber dafür aussprechen, wäre das Frauenhaus bis Ende 2012 finanziell abgesichert.
Wie es danach weitergehen soll, ist bis jetzt noch niemandem klar. Dafür müssen jetzt neue Ideen gesammelt werden, und natürlich Taten folgen.
Außer den Geldsorgen gibt es jedoch noch ein weiteres Problem: Das Frauenhaus ist durchschnittlich nur um die 50 Prozent ausgelastet. Dennoch unterstreicht Hamm: „Der Landkreis will das Frauenhaus auf keinen Fall platt machen. Und wir zweifeln auch keinesfalls an der Aufgabe, Frauen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen, aber wir müssen das Ganze neu überdenken.“
Er hat zum Beispiel ein neues Konzept im Auge, das vor allem kostengünstiger sein sollte. Dabei sollte auch überdacht werden, ob das Frauenhaus nicht auch noch andere Leistungen im sozialen Bereich abdecken könnte oder ob eine 24-Stunden-Rundumbetreuung wirklich nötig sei. „Vielleicht könnte man auch neue Finanzierungspartner gewinnen, benachbarte Landkreise beispielsweise, denn im Frauenhaus werden nicht nur Frauen und Kinder aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald betreut.“
Für die Konzepterstellung sei dann natürlich aber der Trägerverein „Frauen helfen Frauen“ e. V. verantwortlich.
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