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Rocker-Schlägerei mitten in Greifswald

VonGabriel Kords

20 Motorrad-Rocker dreschen am helllichten Tag mit Baseballschlägern aufeinander ein: Das klingt eher nach Großstadt als nach Greifswald.

Greifswald.„Das hat ausgesehen wie im amerikanischen Actionfilm“, berichtet ein Augenzeuge, der noch Stunden nach dem Vorfall fassungslos ist über das, was sich da vor seiner Nase ereignete: Plötzlich fuhren 15 bis 20 Rocker mit schweren Motorrädern vor auf einer auch am Feiertag belebten Kreuzung im Greifswalder Zentrum und schlugen am helllichten Tag mit Baseballschlägern auf einen oder mehrere Personen ein, ganz sicher sind sich die Augenzeugen da nicht. Fünf Minuten später war die Polizei da, da waren einige Rocker und die meisten Baseballschläger schon wieder verschwunden. Anschließend kamen Rettungsdienst und noch später Kriminaltechniker, um Spuren zu sichern. Blut ist geflossen, so viel steht fest, denn noch Stunden später liegt blutiges Verbandszeug auf der Kreuzung herum. Passanten sprechen auch von einer Messerstecherei nach den Schlägen.
Die Polizei gibt sich zunächst wortkarg: Wegen der Schwere der Tat dürfe nur die zuständige Staatsanwaltschaft Stralsund zu dem Vorfall Auskunft geben, die war allerdings feiertagsbedingt für die Presse nicht erreichbar. Daher, so die Polizei, sei erst heute mit neuen Informationen zu rechnen. Bestätigen wollte Polizeiführer Arne Zarbock lediglich, dass es einen gewalttätigen Vorfall mit Beteiligung der Bandidos gegeben habe. Zwei Personen seien dabei so schwer verletzt worden, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Passanten wollen gesehen haben, dass auch Anhänger des rivalisierenden Motorradclub Hell’s Angels beteiligt waren – hierzu schweigt die Polizei. In Vorpommern gab es in den vergangenen Jahren gelegentlich gewalttätige Übergriffe im Umfeld der Bandidos, allerdings meist nachts und an abgelegenen Orten. Vor zwei Jahren war es in Greifswald hundert Meter entfernt vom jetzigen Tatort zu einem Angriff mit einer Gaspistole gekommen. In Anklam gab es Anfang des Monats einen Polizei-Großeinsatz gegen die Rocker, mit dabei auch ein Sondereinsatzkommando.
Anwohner in Greifswald zeigten sich geschockt von den neuerlichen Vorgängen: „Dass sich sowas vor der eigenen Haustür ereignet, hätte ich nie für möglich gehalten“, sagte eine Anwohnerin.

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