Januar 3, 2012
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Unterhaltung von Redaktion

Sie lassen leidende Kinder wieder lachen

Balletttänzer aus ganz Deutschland tanzen für den guten Zweck. Bei der Gala am Theater Vorpommern kommen so fast 4000 Euro für den ambulanten Kinderhospizdienst „OSKAR“ zusammen.

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Ballettänzer Yoko Osaki und Armen Khachatryan haben mit ihren Kollegen fast 4000 Euro ertanzt. [RS_CREDIT] FOTOS: Carsten Schönebeck
Vorpommern (Carsten Schönebeck)  

 

„Sie wollen ... was?“ Beim Kinderhospizdienst „OSKAR“ konnte man es gar nicht glauben, als das Theater Vorpommern dort anrief. Das Projekt, das gemeinsam von Caritas und Diakonie getragen wird, betreut schwer erkrankte Kinder und ihre Familien in Mecklenburg-Vorpommern. Um den engagierten Ehrenamtlichen zu helfen, hatte die Ballet-Abteilung des Theaters beschlossen, die alljährliche Spendengala zu Gunsten der Einrichtung auszurichten. Nicht nur die kranken Kinder, auch Eltern und Geschwister brauchen oftmals Hilfe, wenn eine möglicherweise tödliche Krankheit festgestellt wird“, berichtet Irmtrud Czernik. Die Heilpädagogin engagiert sich seit der Gründung im Jahr 2007 bei „OSKAR“.


„Wie die Hilfe konkret aussieht, müssen die Eltern sagen.“ Manchmal könne man den kleinen Patienten besondere Wünsche erfüllen, mit ihnen Ausflüge machen. Oft ginge es aber auch um die Geschwister, die betreut werden müssten, weil die Eltern ihre ganze Aufmerksamkeit dem kranken Kind schenkten. „Wichtig ist vor allem, dass die Eltern die Hilfe aktiv einfordern“, sagt Irmtrud Czernik. „Wir machen unsere Angebote unverbindlich. Wer sie annehmen will, muss selbst den Hörer in die Hand nehmen.“ Für sie geht es aber nicht nur darum, den Betroffenen das Leben einfacher zu machen. Eltern und Kinder müssten lernen, die Krankheit zu akzeptieren. „In vielen Familien gilt Krankheit immer noch als ein Makel und wird verdrängt.“ Auch dabei soll „OSKAR“ helfen.


Mit dem Geld, das bei der Spendengala zusammenkam, sollen unter anderem zwei neue Mitarbeiter für Vorpommern ausgebildet werden. An mehreren Wochen-
enden wird ihnen vermittelt, wie man mit Todkranken und ihren Angehörigen umgeht. „Von so einem Schicksal kann jeder Betroffen sein“, sagt Sabrina Sadowska vom Theater Vorpommern. „Wir wollen das Thema in die Öffentlichkeit tragen, aber auch uns als Ensemble klarmachen, wie gut es uns geht.


Seit zwölf Jahren laden die Tänzer ihre Kollegen aus der ganzen Republik ein, um sich für einen guten Zweck auf der Bühne zu verausgaben – ausverkauftes Haus garantiert. Dabei waren die Organisatoren erst ganz schön ins Schwitzen geraten. „Es war wie verhext. Wir bekamen dieses Jahr einfach keine Rückmeldung von den anderen Ensembles“, erzählt Sabrina Sadowska. Doch schließlich flatterten die Zusagen ein, auch von den großen Ballethäusern, aus Stuttgart, Dresden oder Hamburg. 17Ensembles schickten Tänzer nach Vorpommern. Vier Stunden Programm von Bach bis Marilyn Manson. Das Publikum war erschöpft und begeistert. Am Ende gab es nicht nur Ovationen, sondern auch genau 3999,57 Euro für „OSKAR“.

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