Januar 27, 2012
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Tiere von Redaktion

Toter Elefant beschäftigt die Justiz

Von unserem Redaktionsmitglied
Jörg Foetzke

Der Tod der Elefantendame Mausi hat für Kreis- Veterinäramtmöglicherweise ein gerichtliches Nachspiel. Die Tierschutzorganisation PETA stellte Anzeige gegen die Behörde. Die Mitarbeiter sollen es unterlassen haben, den Transport des kranken Tieres zu verhindern.

Vorpommern.Im September vergangenen Jahres machte der Zirkus „Voyage“ Station in Greifswald. Bereits vorher will PETA das Veterinäramt über Mausis „lebensbedrohlichen“ Zustand informiert haben. Die 31 Jahre alte Elefantendame, die kürzlich in einem belgischen Zoo gestorben ist, litt an Athrose. Das Veterinäramt hätte den Transport der todkranken Mausi verhindern müssen“, sagt Peter Höffken, Kampagnenleiter bei PETA. In der Folgezeit habe sich der Zustand der Elefantendame immer weiter verschlechtert. „Aufgrund des offensichtlichen Unwillens der Behörde, ein krankes Tier aus dem Zirkus zu beschlagnahmen, musste Mausi noch qualvoll sterben“, erklärte Höffken. Die Anzeige sei nötig, „weil sich systemisch etwas ändern muss. Denn nach Auffassung der Tierschützer würden die Veterinärämter sehr lax bei ihren Überprüfungen vorgehen. „Denn wenn das Veterinäramt in diesem Fall den Weitertransport des Elefanten unterbunden hätte, wären dem Kreis Zusatzkosten für die Unterbringung des Tieres entstanden.
Ebenso hätte es juristische Auseinandersetzungen mit dem Zirkus geben können. Da wird dann einfach alles durchgewunken“, sagt Höffken. Im Veterinäramt des Kreises ist man sich keiner Schuld bewusst: „Bei der Untersuchung des Tieres sind die Mitarbeiter davon ausgegangen, dass sich an der Athrose nichts geändert hätte, unabhängig vom Aufenthaltsort. Zudem sei man davon ausgegangen, dass es für die Elefantendame besser sei, wenn sie in ihrer gewohnten Umgebung, bei der Elefantengruppe des Zirkusses verbliebe.“
Bettina Richter vom Zirkus Voyage stützt die Auffassung des Veterinäramtes. Die Elefantendame sei in jedem Fall transportfähig gewesen – dafür habe man spezielle Gutachten. „Wir haben es uns nicht einfach gemacht, was das Schicksal von Mausi anbetrifft“, erklärt sie. Den belgischen Zoo, in dem Mausi zwei Tage nach ihrer Ankunft starb, habe man ausgesucht, weil es dort lediglich einen afrikanischen Elefanten gab und das Zirkustier nicht auf einen fest gefügten Familienverband getroffen wäre.
Ralf Lechte, Sprecher der Staatsanwaltschaft Stralsund, bestätigte den Eingang der Anzeige. Er schätzt, dass die Ermittlungen sechs bis acht Wochen dauern.

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