
| Religion |
von Silke Voß
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Fast jedes Jahr hat zum Beispiel Pastor Ulrich Müller mit Vandalismus in „seiner“ Stadtkirche Malchow zu tun. In ganz böser Erinnerung ist ihm noch der Einbruch in die Sakristei, als alle Türen zerstört worden waren (der Nordkurier berichtete). Der materielle Schaden – 3000 Euro – ist für ihn dabei nicht ausschlaggebend. „Viel betroffener macht mich, dass die Menschen offensichtlich keine Ehrfurcht mehr haben vor den Kirchen.“
Auch Satanisten hätten eine Zeit lang die Friedhöfe und Kirchen in Satow und Grüssow auserwählt für ihre „Messen“ und auch am Malchower Pfarrhaus habe er schon auf den Kopf gestellte Kreuze gefunden – ebenfalls ein Zeichen für jene Schwarzgewandeten. Manche abgelegen stehenden Gotteshäuser oder Friedhöfe könne man gar nicht angemessen sichern, der Aufwand sei zu groß.
Im Sommer suchten Diebe häufig Geld in den Opferstöcken, doch da diese täglich geleert würden, fiele die Beute doch eher bescheiden aus. „Einmal ist eine Konzertkasse mit vielen hundert Euro während der Veranstaltung ,verschwunden‘“ , erinnert sich der Geistliche. Die Kasse fand man danach im Gebüsch, das Geld nicht mehr.
Dass Gottesdienstbesucher ihre Handtaschen vermissen würden, sei ihm noch nicht gemeldet worden. Und auch kein professioneller Kunstdiebstahl. Wohl aber in der Kirche Ankershagen. Dort fehlte „plötzlich“ ein Ölporträt von Martin Luther. „Den hat sich wohl jemand ins Wohnzimmer gehängt“, vermutet Pastorin Angelika Finkenstein. Das sei aber schon 20 Jahre her. Dafür, dass die Kirche im Sommer offen steht, passiere verhältnismäßig wenig. Gut, ein geklauter Orgelhocker in Groß Varchow, das sei aber zu vernachlässigen. Und in Möllenhagen hätten Unbekannte das Fenster aufgebrochen und den Spendenkasten mitgenommen – auch schon länger her.
Mit eingeworfenen Fensterscheiben muss sich Pastor Dietrich Scharnowski herumärgern. So geschehen in Sietow, im Chorraum. „Daran haben wir heute noch zu knabbern.“ 1150 Euro seien schon gesammelt – gerade ein Sechstel dessen, was zur Reparatur nötig wäre. Auch in Poppentin fand er Scherben und kleine Steinchen – vermutlich geworfen von „größeren Kindern, aus Dummheit“.
In Fincken habe mal jemand ein kleines Hakenkreuz an die Kirche geschmiert und bei Damwolde sei eine Jugendbande unterwegs gewesen, die hat die Hecken auf dem Kirchhof umgelegt, erinnert sich auch Christoph Feldkamp. Ansonsten sei, dafür dass er zwei offene Kirchen betreue, in den zehn Jahren seiner Amtszeit noch nichts gestohlen worden. Gott sei Dank!
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