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Arbeiten in der Heimat

Carolin Storrer (links) und Pia Bodihn spielen im Gitarren-Ensemble Flamenco. Die Gruppe unter Leitung von Gernot Fischer hatte beim Rathaustag ihren ersten öffentlichen Auftritt.  FOTOs: Eberhard Rogmann
Carolin Storrer (links) und Pia Bodihn spielen im Gitarren-Ensemble Flamenco. Die Gruppe unter Leitung von Gernot Fischer hatte beim Rathaustag ihren ersten öffentlichen Auftritt. FOTOs: Eberhard Rogmann

Von unserem RedaktionsmitgliedEberhard Rogmann

Welche beruflichen Perspektiven bietet die Region und wie attraktiv sind diese? Beim 19. Teterower Rathaustag steht diese Frage im Zentrum.

Teterow.Marc Ferch ist Abiturient am Gymnasium Teterow. Für seine Zukunft hat er konkrete Pläne. „Nach dem Abi werde ich studieren. Wirtschaft, am liebsten in Rostock. Später kann ich mir gut vorstellen in der Tourismusbranche zu arbeiten. Da gibt es noch ungenutzte Potenziale im Land“, schildert er. Sein Schulgefährte Jan Runne sieht seine Perspektive ebenso in Mecklenburg-Vorpommern. Beide jungen Männer führen dafür nahezu gleiche Argumente an: Man sei nicht so weit weg von Freunden und der Familie. Und in der Heimat sei es einfach schön, so schön, dass andere hierher kommen, um Urlaub zu machen.
Solche Worte sind Solveig Streuer sehr vertraut. Sie ist Mitarbeiterin der Agentur mv4you. Die hat es sich auf die Fahnen geschrieben, Fachkräfte, die einst Mecklenburg-Vorpommern verließen, zu einer Rückkehr zu bewegen. Dieses Anliegen passt haargenau zu dem Motto des 19. Rathaustags „Fachkräfte für Teterow“. Kein Wunder also, dass Bürgermeister Reinhard Dettmann die Fachfrau zu einen Referat eingeladen hatte. Aus ihren Worten wird deutlich, dass die eingangs erwähnten Abiturienten, die ihre berufliche Perspektive in ihrer Heimat sehen, einer Minderheit angehören. Umso bedeutsamer sei es, einen Teil der Abgewanderten zur Rückkehr zu bewegen. Ausführlich schilderte Frau Streuer, welch ein Spektrum von Aktivitäten die Agentur mit diesem Ziel entfaltet.
Wichtiger allerdings sind die Anstrengungen, die von den hiesigen Firmen selbst unternommen werden bei der Ausbildung von Fachkräften und deren Bindung an die Unternehmen. Geld ist dabei keineswegs der alles entscheidende Faktor. Eine interessante Tätigkeit, ein gutes Arbeitsklima, Aufstiegsmöglichkeiten sind nicht minder wichtig wie ein angemessener Verdienst. Exemplarisch zeigte Dr. Bernd Schröder dies für die Firma Miltenyi Biotech. Wenn die Bedingungen stimmen, kommen auch die Fachkräfte. Wobei auch hier kein Automatismus wirkt. Die Firma, die vorrangig für die medizinische Forschung produziert und weltweit exportiert, bietet Studenten einschlägiger Fachrichtungen Praktika und Themen für ihre Masterarbeiten. Doch schon den Gymnasiasten im Leistungskurs Biologie der hiesigen Europaschule stehen die Türen offen. Das zahlt sich aus. „Wir haben etliche Kollegen, die in Teterow ihr Abitur machten, zum Studium gingen und dann bei uns eine Tätigkeit aufnahmen“, berichtet Dr. Schröder. Die Bedeutung der frühen Kontaktanbahnung schon in der Schule bekräftigt der Unternehmer Reinhard Schnepf. „Wir waren dieses Jahr erstmals auf der Ausbildungsmesse in der Regionalschule. Das ist eine tolle Veranstaltung. Und erfolgreich dazu. Wir haben dort eine Schülerin gewonnen, die bei uns ihre Ausbildung aufnehmen wird.“

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