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Asbest verhunzt das Stadtidyll

VonEberhard Rogmann

Mehr als eine halbe Million Euro werden 2013 investiert, um das Stadtbild aufzupeppen. Doch es bleiben Schandmale, die derzeit niemand anfasst.

Teterow.Im Fokus der Stadtsanierung stehen mit dem Torschreiber- und Ratsdienerhaus des Stadtmuseums sowie dem Bahnhof derzeit zwei öffentliche Gebäude. Der Aufwand geht in die Millionen. Bleiben da für private Sanierungsvorhaben nur die sprichwörtlichen Krumen?
„Mitnichten“, versichert Gabriele Kober von der B.I. Stadterneuerungsgesellschaft. „Das Interesse privater Hauseigentümer in Teterow ist rege und wir können auch in diesem Jahr wieder etliche Vorhaben fördern.“ So werden in der Rostocker Straße gleich zwei Fassadensanierungen bezuschusst. Weitere Fördergelder fließen für Baumaßnahmen in der v.-Moltke-Straße, im Nordring, in der Malchiner- und Niels-Stensen-Straße. In der Großen Bachstraße wird ein Neubau in einer Baulücke bezuschusst. Insgesamt summierten sich die Baukosten auf 537 000 Euro. Der Fördersatz sei dabei unterschiedlich, reiche jedoch bei privaten Investitionen bis zu 50 Prozent.
Gut sind nach Aussage von Gabriele Kober auch die Aussichten für das kommende Jahr. Fünf Anträge von Teterowern auf einen Zuschuss für die Fassadenerneuerung ihrer Häuser liegen bereits vor.
Mut macht sie all jenen Eigentümern, die noch mit Altlasten, beispielsweise in Gestalt von Asbest, zu kämpfen haben. Sie verweist dabei auf die Sanierung des Hauses in der Malchiner Straße 28. Es liegt dem Stadtmuseum gegenüber.
Zu dem Anwesen gehört ein Speicher im Südring, dessen Fassade mit Asbest verkleidet ist. Der Anblick verhunzt das ansonsten anheimelnde Straßenbild mit dem Malchiner Tor. Leider kein Einzelfall. Ähnlich sieht es im Nordring aus. Die schmucken Häuschen vor dem Rostocker Tor stehen in Kontrast zu einem Asbestgiebel auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
Das sind nur die augenfälligsten Beispiele. „Wir wissen, dass viele sich schrecken lassen von den hohen Kosten, die mit der Entsorgung von Asbest anfallen. Doch einmal muss das Zeug raus und jetzt kann man eben noch von der Förderung profitieren“, macht Frau Kober geltend. Teterow habe derzeit einen sehr guten Stand bezüglich der finanziellen Ausstattung der Stadtsanierung.
Noch einmal kommt sie auf den Bahnhof zu sprechen. „Das ist ein landesweit einmaliges Pilotprojekt. Da fließen Zuschüsse auch aus anderen Quellen, nicht ausschließlich aus dem Sanierungsfonds. Wir werden uns in der nächsten Zeit stärker für die Gebäude im Umfeld des Bahnhofs engagieren.“

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