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Auf „Zeitreisen“ mit Stahl, Beton und Pappmaschee

VonIris Diessner

Abstrakte Objekte in der alten Kapelle von Remplin. Das passt, meinen Künstlerin und Galerist.

Remplin.Für „Kunst: offen“ habe er sich schon eine besondere Ausstellung gewünscht, bekennt der Galerist Peter Balsam von der Kunstkapelle in Remplin. Susanne Müllers „Zeitreisen“ passten nun perfekt, so seine Meinung.
Das will die Berliner Bildhauerin gern unterstreichen. „Die Kapelle als Ausstellungsraum ist einfach super“, meint Susanne Müller. Sie liebe alte Räume mit Geschichte, sie interessiere sich für alte Dinge, wie sie einmal aussahen und ihre eigenen Arbeiten hätten ja ebenfalls ihre Geschichte. „Das passt doch“, meint sie mit einem Lächeln. Ihre Arbeiten aus Pappmaschee, Holz, Aluminium, Stahl, Plexiglas und Beton füllen den unteren Raum der Kapelle. Sie sind abstrakt, aber Titel wie „Wächterin“ oder „Gebirgskamm“ zeigen schon einen gegenständlichen Bezug. Durchblicke und Leerräume verweisen an die Endlichkeit, das nicht Halten können, Verrinnen, Abfließen, so Susanne Müller. An den Wänden sind kleinere Bilder der Künstlerin zu sehen, Unikatdrucke auf Papier, die sie teilweise mit Zeichnungen versehen hat.
„Zeitreisen“ will sie auf zweifache Weise verstanden wissen. Einmal seien da die Anregungen für ihre Arbeiten, die sie aus Objekten beziehe, die unsere Vorfahren unter rätselhaften Bedingungen hergestellt haben. Abstrakte Formen, wie sie sie ebenfalls bevorzuge. Aber ihre Arbeiten zeigten auch eine eigene Entstehungszeitreise. „Ich arbeite gern mit den verschiedene Materialien, verwende sie gern auch öfter, bis ein Objekt für mich fertig ist“, sagt Susanne Müller. „Da gibt es Phasen des Ruhenlassens und des Reifens.“ Und am Beginn wisse sie nicht, wohin sie die (Zeit)-Reise führe. Sie freue sich jedenfalls, dass ihre Arbeiten gerade zu Kunst: offen hier zu sehen sind. Danach sind sie noch bis zum 30. Mai in der Kunstkapelle ausgestellt.
Am Pfingstwochenende zeigt Peter Balsam auch noch Bilder von Conny Wachsmann aus Peine und Arbeiten von Stefan Naumann aus Kummerow.
Geöffnet ist die Kunstkapelle an allen drei Pfingsttagen von 11 bis 18 Uhr. Das kleine Café erwartet die Besucher ebenfalls.

Kontakt zur Autorin
i.diessner@nordkurier.de

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