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Aufbegehren mit Fallstricken

Mit einem fingierten Brief versucht Franz Moor (Magdalena Schorling) seinen Bruder Karl auszubooten.  FOTO: Eberhard Rogmann
Mit einem fingierten Brief versucht Franz Moor (Magdalena Schorling) seinen Bruder Karl auszubooten. FOTO: Eberhard Rogmann

VonEberhard Rogmann

Das Junge Theater Teterow inszeniert Schillers Drama „Die Räuber“ und lädt morgen zur Premiere.

Teterow.Der Gesichtsausdruck verrät alles. Mit dem Stift stellt da einer die Schicksalsweiche für sein Leben. Entschlossen und ebenso rücksichtslos wie heimtückisch. „Franz heißt die Kanaille“, wird später über den Schreiber offenbar. Franz Moor webt ein Netz von Intrigen, in dem er letztlich zugrunde gehen wird. Dass Jugendliche sich ausgerechnet für Friedrich Schillers „Räuber“ entschieden, als im Jungen Theater Teterow die Frage stand, was denn als nächstes Stück auf die Bühne kommt, ist zunächst erstaunlich. Immerhin steht das Klassiker-Drama auf dem Lehrplan in der Schule. Das wirkt eher abschreckend, denn als Empfehlung.
Doch die jungen Akteure – sechs Mädchen und drei Jungen – blicken tiefer. „Das ist doch total spannend, wie sich die Charaktere wandeln. Der Karl Moor ist heute Student und morgen Räuberhauptmann. Wir würden wohl von Terroristen sprechen. Wohl zurecht. Immerhin jagt die Bande einen Pulverturm in die Luft“, macht Elisa Jaeger ihre Sicht auf das Stück deutlich. Magdalene Schorling verkörpert den Franz Moor, den sie keineswegs nur als einen Fiesling und Intriganten sieht. „Das wäre zu oberflächlich. Der Bursche hat es nicht einfach gehabt unter seinem Vater, der den Karl offen bevorzugte. Es geht uns darum zu zeigen, dass nicht alles zwangsläufig geschieht, sondern dass es für die agierenden Personen auch andere Möglichkeiten gegeben hätte.“ Ein weiterer Aspekt der Inszenierung liegt auf der Verführbarkeit der jungen Leute. „Das ist kein angestaubter Klassikerstoff, das ist höchst aktuell. Wenn man sich heute umsieht, findet man Parallelen allenthalben“, meint Magdalene. Premiere hat das Drama morgen Abend um 19.30 Uhr im Theater in der Uhrenschule auf dem Schulkamp. Weitere Vorstellungen gibt es am 20.,25. und 26. Mai sowie am 1. Juni.

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