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Aus hölzernen Bausteinen wächst mittelalterliche Stadt

VonSimone Pagenkopf

Spielend lernen. Im Teterower Stadtmuseum können Kinder das jetzt einmal mehr. Eigens für sie gibt es einen Entdeckerpfad.

Teterow.Kirche und Rathaus, Stadttore und Stadtmauer, Ampel und Autos, ein Hochhaus – was gehört eigentlich zu einer mittelalterlichen Stadt, was nicht? Spielend können Kinder das im Teterower Stadtmuseum lernen, wenn sie hier in die Rolle von Baumeistern schlüpfen. Vorbereitet ist schon mal alles. Kleine Holzbausteine liegen bereit, einen Grundriss gibt es natürlich auch, auf dem die Mittelalterstadt wachsen kann. „Teterow selbst ist dafür Vorbild, wir haben den Stadtplan von 1753 für dieses Bauspiel genutzt“, sagt Museumsleiterin Meike Jezmann. „Unsere Stadt erfüllt die typischen Merkmale einer planmäßig gebauten Kolonialstadt. Davon kann sich dann auch noch jeder nach dem Museumsbesuch überzeugen, wenn er zum Markt und durch die Ringstraßen spaziert“, fügt sie schmunzelnd hinzu.
Nach der Sanierung des Rats- und Polizeidienerhauses samt Malchiner Tor, in denen sich das Museum befindet, bekommt jetzt auch die stadtgeschichtliche Ausstellung einen neuen Schliff. „Statt ausschließlich grafischer Darstellung wird sie mit einem gemischte Medienangebot viel lebendiger“, freut sich Meike Jezmann. Computerstationen, digitale Bilderrahmen, Audiostationen – „dadurch bekommen Besucher auch mehr Informationen und natürlich steigern wir auf diese Weise das Museumserlebnis“. Dabei ist vor allem auch an Familien und Kinder gedacht. Ein spezieller Kinderpfad ist in vielen großen Schauen bereits usus. Jetzt gibt es ihn auch im Stadtmuseum Teterow. Der Teterower Hecht persönlich, das Wahrzeichen der Stadt, weist den jungen Besuchern den Weg. Innenarchitektin Anke van der Wall hat die lustige Figur für die einzelnen Mitmachstationen entworfen. Natürlich findet sie sich auch bei „Baue eine Mittelalterstadt“ gleich in der ersten Toretage. Wer sich als Baumeister noch ein bisschen unsicher ist, darf „abgucken“. Zwei Tafeln lassen sich aus dem Bautisch ziehen, auf denen steht, was schon ins Mittelalter und was nur in unsere heutige Zeit gehört. Übrigens zweisprachig. So wie die gesamte Präsentation ist auch der Kinderlehrpfad auf deutsch und englisch angelegt. Gesponsert wurde das Bauspiel von der Ospa-Stiftung. Nicht nur als Baumeister, auch als aufmerksame Entdecker können sich die jungen Besucher künftig beweisen, und zwar bei einer Museumsrallye mit Quizzetteln. „Das aber erst, wenn wir alle Ausstellungsräume fertig haben“, schränkt Meike Jezmann noch ein.

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s.pagenkopf@nordkurier.de

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