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Autofrei – Händler setzen Unterschriften dagegen

VonSimone Pagenkopf

Hier gibt‘s noch jede Menge Redebedarf. Ein Beschluss zum Radwegekonzept in Teterow ist erst einmal vertagt.

Teterow.32 Unterschriften kamen zusammen. Es sind Händler und Hauseigentümer, die damit Bedenken gegen eine Umnutzung der Malchiner Straße geltend machen. Anlass ist das innerstädtische Radwegekonzept, das seit dem vergangenen Jahr in den Ausschüssen der Stadtvertretung diskutiert wird. Das schlägt vor, die Malchiner Straße zur Fußgängerzone oder zur Fahrradstraße zu machen (der Nordkurier berichtete). In die Ausschüsse, die in Teterow öffentlich tagen, kam zwar niemand, zu Beginn der Stadtvertretersitzung in dieser Woche demonstrierten die Anlieger aber Geschlossenheit, übergaben die Unterschriftenliste und eine Reihe von Fragen. Gegen eine Fußgängerzone hatten sich die Geschäftsleute in den zurückliegenden Jahren schon mehrfach stark gemacht. Angesichts des Radwegekonzeptes wollen sie ihre Argumente noch einmal vorbringen und abwägen. Das räumen die Abgeordneten ein. Von der Tagesordnung der Stadtvertretersitzung wurde die Fortschreibung des Radwegekonzeptes erst einmal abgesetzt. „Es gibt jetzt doch noch so viel Gesprächsbedarf. Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir ohne Bürgerbeteiligung einen Beschluss fassen“, stellte Jürgen Paries (SPD/UTF) fest. Er hatte bereits im Bauausschuss vorgeschlagen, eine Einwohnerversammlung durchzuführen, bevor einzelne Maßnahmen umgesetzt werden. Dabei hatte er zuallererst die Malchiner Straße im Visier. Entsprechend war dann auch die Beschlussvorlage formuliert. Andreas Lange (Die Linke) hätte aber dennoch beantragt, die Vorlage noch einmal in die Ausschüsse zurückzuverweisen. Seiner Meinung nach sollte für „kurz- bzw. mittelfristige Vorhaben mit keinem bzw. geringem finanziellen Aufwand zur Verbesserung des Radwegenetzes ein Zeit- und Maßnahmeplan erarbeitet werden“. Was die Malchiner Straße betrifft, sei „eine eventuelle Freigabe des Radverkehrs aus existenzieller Sicht vieler Gewerbetreibender vor Ort, aus verkehrsrechtlicher und baurechtlicher Sicht äußerst problematisch“, meint Lange.
Übrigens hatte das Team der Buchhandlung Steffen Anfang des Jahres mal selbst eine Umfrage unter Kunden gestartet, was sie von einer autofreien Zone halten. 96 Prozent der Befragten wollen sie nicht, war das Fazit. In der Straße sei der Leerstand noch relativ gering, aber durch das neue Einkaufszentrum am Fischersteig werde es für die Geschäftsleute schwerer, auch darauf machen diese aufmerksam.

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s.pagenkopf@nordkurier.de

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