
| Malchin |
von Torsten Bengelsdorf
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Die Malchiner werden sich darauf einstellen müssen: Für die Geruchsplage aus dem Industriegebiet ist vorerst keine Lösung in Sicht. Die Rapsveredelung Vorpommern hat nämlich nach fast einem Jahr Stillstand am 16. Januar die Produktion wieder aufgenommen, wie Geschäftsführer Burkhard Krüger am Freitag in einem Gespräch mit Bürgermeister Jörg Lange (FDP) und unserer Redaktion mitteilte.
Bei Ostwind lasse es sich nicht vermeiden, dass die Gerüche aus der Rapssaat dann bis in die Innenstadt vordringen. Die Produktion laufe nun wieder ständig. „Wir stellen jetzt Rapsöl her, die Produktion von Bio-Diesel ist vorbei“, sagte Krüger.
Geld für die Gestanksbekämpfung fehlt
Für das einst angedachte Biobeet, das die unangenehmen Düfte auffangen sollte, fehle dem Unternehmen gegenwärtig schlichtweg das Geld. „Allerdings beteiligen wir uns an einem Forschungsvorhaben, bei dem die Geruchspartikel mit Plasmastrahlen bekämpft werden“, erläuterte Krüger. Ein solches Verfahren sei bedeutend kostengünstiger als ein Biobeet. Doch seien die Plasmastrahlen für diesen Zweck noch nicht zugelassen. Ob und wann dieses Verfahren auch in Malchin eingesetzt werden kann, vermag Krüger nicht zu sagen.
Der Geschäftsführer will das Thema Geruchsbelästigung in der kommenden Woche auf der Beiratssitzung der Gesellschaft zur Sprache bringen. Dass die Gesellschafter des Unternehmens allerdings Geld für die Gestanksbekämpfung bereitstellen, hält Krüger für unwahrscheinlich. Auch Fördermittel seien dafür nicht mehr zu bekommen. Er wolle die Malchiner künftig aber wieder besser über sein Unternehmen informieren, versprach Krüger.
Die Düfte seien keinesfalls gesundheitsschädlich
So werde geprüft, ob vor einer Ostwindlage die Einwohner auf die zu erwartende Geruchsbelästigung hingewiesen werden können. Die in die Stadt wehenden Düfte seien keinesfalls gesundheitsschädlich, versicherte der Ölmühlen-Chef.
Unterdessen haben sich gestern auch die Mitarbeiter der Rapsveredelung zu Wort gemeldet. Bei der ganzen Diskussion dürften der Produktionsstandort und die Arbeitsplätze nicht vergessen werden. „Es ist eine Firma, in der einige Menschen ihre Arbeit haben, auch sehr viele junge Leute“, heißt es in dem Schreiben der Mitarbeiter an unsere Redaktion.
Sicherung der Arbeitsplätze hat Vorrang
Die Belegschaft habe im vergangenen Jahr viel gebangt um ihre Arbeitsplätze. Die Beschäftigten hätten hingenommen, dass sie zu Weihnachten mit sehr wenig Geld auskommen mussten. „Wir sind wieder am Arbeitsplatz und hoffen auf unseren Arbeitsplatz. Denn nur wenn wir etwas produzieren, können wir unsere Arbeit sichern.“
Auch für Bürgermeister Jörg Lange hat das Unternehmen vor allem wegen seiner Arbeitsplätze Bedeutung. Er habe die Wiederaufnahme der Produktion „mit einem kleinen weinenden Auge und einem großen lachenden Auge“ zur Kenntnis genommen, sagte Lange. Nach Auskunft von Geschäftsführer Krüger hat der Betrieb von einst 24 derzeit noch 20 Beschäftigte.
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