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Bleibt die Warbelstadt auf ihrer alten Turnhalle sitzen?

Das DRK hatte bereits ein Schadstoffgutachten für den Abriss der alten Halle anfertigen lassen. Nun ist das Projekt an dieser Stelle offenbar vom Tisch.[KT_CREDIT] FOTO: Torsten Bengelsdorf
Das DRK hatte bereits ein Schadstoffgutachten für den Abriss der alten Halle anfertigen lassen. Nun ist das Projekt an dieser Stelle offenbar vom Tisch.[KT_CREDIT] FOTO: Torsten Bengelsdorf

VonTorsten Bengelsdorf

Das DRK hat die Faxen dicke: Weil die Verhandlungen mit der Stadt ständig stocken, will der Kreisverband nun offenbar auf einem privaten Grundstück seine Betreuungseinrichtungen bauen.

Gnoien.Freunde werden die Beiden nicht mehr: „Kaum zu glauben, wie das in Gnoien läuft“, sagt DRK-Geschäftsführer Peter Struve über seine Verhandlungen mit dem Bürgermeister der Warbelstadt, Hans-Georg Schörner (SPD). Der wiederum hält mit seinem Ärger auch nicht hinterm Berg: „Fünf Minuten, bevor wir den Verkauf des Turnhallen-Geländes beschließen wollen, bekomme ich einen Anruf vom DRK, dass die Fläche viel zu klein ist. Da habe ich das Ganze dann gleich zurückgezogen.“
Was da der Bürgermeister vor seinen Stadtvertretern wieder zurückgenommen hat, ist der Verkauf des Tonnendach-Turnhallen-Grundstücks am Schützenplatz an den DRK-Kreisverband. Offenbar waren sich beide Seiten nach monatelangen Streitereien endlich über einen Preis einig geworden. Das DRK will hier am Schützenplatz eine Wohngemeinschaft und eine Tagespflege für Demenzkranke errichten (der Nordkurier berichtete).
Dass der DRK-Chef jetzt an der Größe des Grundstücks herummäkelt, hat einen handfesten Grund. Das Rote Kreuz hat auf einmal Alternativen im Stadtgebiet. Nach einem Aufruf hätten sich mehrere Grundstückseigentümer gemeldet, die ihre Fläche für das DRK-Vorhaben angeboten hätten, berichtet Struve.
In der Stadt kursierende Gerüchte, wonach sich der Kreisverband schon für ein Angebot entschieden habe, will Struve hingegen nicht bestätigen. „Wir prüfen mehrere Varianten. Es ist auch etwas Passendes dabei.“ Das DRK wolle sich auch so schnell wie möglich entscheiden, weil die in Aussicht stehenden Fördermittel für die Neubauten nicht ewig zur Verfügung ständen.
Einen Schritt weiter scheint das DRK dagegen bei einem weiteren Vorhaben in der Warbelstadt – beim Bau von altersgerechten Wohnungen in der Friedenstraße 52 bis 54 an der Stelle des ehemaligen Hotels „Zur alten Reichspost“. Hier stehen die Zeichen jetzt offenbar auf Abriss. Das Landesamt für Denkmalpflege habe signalisiert, das Gebäude aufgeben zu wollen, um Platz für einen Neubau zu schaffen, bestätigt die Kreisverwaltung in Güstrow. Eine Abrissgenehmigung liege aber noch nicht vor, heißt es aus dem Bauamt.

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t.bengelsdorf@nordkurier.de

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