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„Bloß keine Bombe!“

VonTorsten Bengelsdorf

Die B 110 wird ab Juli in der Stadt Gnoien zur Baustelle. In acht Abschnitten soll die gesamte Ortsdurchfahrt ein ganzes Jahr lang erneuert werden.

Gnoien.Den Brückenbau am östlichen Stadtende haben die Gnoiener in einigen Wochen überstanden. Doch die Baustelle war wohl nicht viel mehr als ein kleiner Vorgeschmack darauf, was Einwohner und Durchreisende ab Juli in der kleinen Warbelstadt erwartet. Ein Jahr lang soll dann die komplette Ortsdurchfahrt vom Gewerbegebiet im Westen bis zur neuen Warbelbrücke neu gebaut werden. „Eine sehr komplizierte Maßnahme, von der nicht nur die Bundesstraße und die Gehwege betroffen sind, sondern auch ein Großteil der Medien, also neben der Kanalisation auch Elektro- und Gasleitungen erneuert werden“, stellte der Chef des Güstrower Straßenbauamtes, Ronald Normann, am Montagabend 180 Gnoienern auf einer Einwohnerversammlung in der Warbelsporthalle das aufwendige Projekt vor.
Gebaut werde in acht Abschnitten, wobei der Start an der Ortseinfahrt aus Richtung Rostock geplant ist. Der Verkehr werde über Ampelanlagen stets einspurig an den Bauarbeiten vorbeigeführt, wobei die Sperrzonen nicht viel länger als 250 Meter sein werden. Bei dem relativ geringen Verkehr auf der B 110 rechne er nicht mit größeren Staus, die seien schließlich auch an der Brückenbaustelle größtenteils ausgeblieben, wie Normann berichtete. Auf einem Abschnitt wollen sich die Bauarbeiter aber nicht von vorbeifahrenden Autos stören lassen. Zwischen Gewerbegebiet und Sülzer Chaussee werde es eine Vollsperrung und eine Umleitung über die Gewerbestraße und die Landesstraße 23 geben, kündigte Normann an.
Ansonsten werden die Gnoiener vor allem beim Ausbau der Knotenpunkte viel Geduld haben müssen. Die Abfahrten beispielsweise zum Vogelsang, zur Teichstraße oder zum Wallberg werden in dieser Zeit gesperrt, Umleitungen sind dann eingerichtet, teilweise müssen deshalb Einbahnstraßenreglungen in den Nebenstraßen aufgehoben werden.
Um mit den Arbeiten schneller voranzukommen, könnte während der Vollsperrung zwischen Gewerbestraße und Sülzer Chaussee zeitgleich am anderen Stadtende zwischen Warbelbrücke und Marktplatz gebaut werden. Der Abschnitt in Höhe des Marktes und des Rathauses müsse derweil nicht noch einmal aufgerissen werden, hier waren Kanalisation und Fahrbahn bereits während der Marktplatzsanierung erneuert worden.
„Auf einen gemeinsamen Geh- und Radweg werden wir auf der gesamten Strecke verzichten, auch um mehr Parkplätze anlegen zu können“, erläuterte der Behördenleiter.
Für Anwohner und insbesondere Geschäftsleute bedeuten die Baumaßnahmen viel Stress und eine Menge Einschränkungen, zeigte sich Normann überzeugt. „Doch wir garantieren, dass alle Geschäfte erreichbar bleiben und beliefert werden können.“ Nur eines dürfe nicht passieren: „Eine Bombe fehlt ja noch. Wenn die jetzt auftaucht, dann gibt es Probleme“, spielte Normann auf die aufwendige Suche nach einem Blindgänger an der Warbelbrücke im vergangenen Herbst an. Diese Bemerkung sei aber nur ein Scherz gewesen, stellte der Amtsleiter später klar. Kein Scherz: Den Markt während der Bauarbeiten als Parkplatz zu öffnen, kommt nicht in Frage, stellte Bürgermeister Hans-Georg Schörner auf eine Anregung aus dem Publikum klar.

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