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Dichter und Hurra-Patriot

VonEckhard Kruse

Das Volk hat ihn geliebt. Im Rudolf-Tarnow-Jahr zeigt das Stavenhagener Museum auch die finsteren Seiten des plattdeutschen Dichters.

Stavenhagen.Dass der niederdeutsche Dichter Rudolf Tarnow vielen Leuten mehr liegt als Fritz Reuter, das hört die Stavenhagener Museumsdirektorin immer einmal wieder. Tarnow hat auch viele heitere Schwänke geschrieben, in denen die Kinder und Unschuldigen immer gut wegkommen. Beliebt sind die Figuren Köster Klickermann und der Pastor, der so manches Mal nicht so gut dasteht. „Doch Reuter hat einen Platz in der deutschen Literaturgeschichte“, betont Cornelia Nenz, „Tarnow nicht.“
Trotzdem hat Tarnow eine Beliebtheit bei den Menschen erlangt, die mit der von Reuter gleichzusetzen ist. Und weil er der zweiwichtigste niederdeutsche Dichter im Land ist und in diesem Jahr seinen 80. Todestag hat, widmet das Fritz-Reuter-Literaturmuseum dem gebürtigen Parchimer auch eine Ausstellung. Die wird heute Abend um 19.30 Uhr eröffnet.
Ein gutes halbes Jahr lang hat Cornalia Nenz an der Wanderausstellung gearbeitet. Die meisten Briefe, Dokumente und Fotos fand sie im Museumsbestand, das den größten Teil des Tarnowschen Nachlasses verwaltet. Sie zeigt nicht nur den Soldaten und Klinik-Inspektor, sondern auch den Rudolf Tarnow, der sich in schlimme Nähe zum Nationalsozialismus begab und sogar Lobgedichte auf Adolf Hitler schrieb.

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e.kruse@nordkurier.de

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