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Dieser phantastische Blick von ganz oben

Maria Kleist von der Malchiner Stadtinformation am Aufgang zum Kirchturm. [KT_CREDIT] FOTOs: Iris Diessner
Maria Kleist von der Malchiner Stadtinformation am Aufgang zum Kirchturm. [KT_CREDIT] FOTOs: Iris Diessner

VonIris Diessner

Malchin kann bei Besuchern punkten: Nicht nur mit einer strategischen Lage und der Backstein-Kirche.

Malchin.Nicht jeder kann von sich behaupten, dass er dicht an einem seiner Lieblingsplätze arbeitet. Maria Kleist von der Malchiner Stadtinformation schon.
„Ich schaue so gern vom Kirchturm auf die Stadt und ihre Umgebung“, sagt sie. Diesen phantastischen Blick von ganz oben empfehle sie auch gern den Besuchern. Man erkennt, wie die Stadt einst angelegt wurde, sieht ihre Strukturen und auch das, was schon saniert ist. „Und sie sieht von oben so ordentlich aus“, sagt Maria Kleist mit einem Schmunzeln. Zum anderen könne man von dort oben die Verbindung in die Landschaft sehen. „Malchin hat eine interessante Lage, so zwischen Malchiner und Kummerower See“, erklärt sie. Dahinter lockten die sanften Hügel der Mecklenburgischen Schweiz. Und außerdem könne man auf dem Turm so ein Gefühl von Freiheit und Weite erleben.
Dass die Besucher Malchins der kleinen Stadt durchaus Reize bescheinigen, freut sie. Maria Kleist ist Gessinerin, hat sich aber für ihre Tätigkeit in der Stadtinformation mit der Geschichte Malchins beschäftigt. So kann sie bei Führungen nicht nur etwas über heutige Gebäude und ihre Vergangenheit erzählen, sondern auch darüber, dass in der kleinen Stadt fast dreihundert Jahre lang der Mecklenburgische Landtag zusammenkam. Und natürlich erzähle sie über den großen Sohn der Stadt, über Siegfried Marcus. In diesem Zusammenhang berichtet Maria Kleist eine Anekdote. Die Schwiegertochter aus Österreich habe bei einem Besuch hier das Relief von Marcus entdeckt und gefragt. „Was macht denn unser Marcus in Malchin?“ Ganz offensichtlich sei vielen nicht bekannt, dass der große Erfinder, der in seiner Wahlheimat Österreich sehr verehrt wird, hier geboren wurde.
Besuchermagnet sei aber unangefochten die Johannis-Kirche. Wer auf der Backstein-Route unterwegs ist, erweise ihr seine Reverenz. Mancher frage sogar nach dem „Malchiner Dom“. Gut belesene Gäste, die wissen, welche Schätze die Kirche birgt. Andere wollen die Schlösser der Region besichtigen und wieder andere zieht es ans Wasser. Die Segler auf den eher „wilderen“ Kummerower See und die Paddler auf die Peene und den „sanfteren“ Malchiner See. „Jeder findet auch in Malchin etwas Liebenswertes zum Entdecken", kann Maria Kleist berichten. Und das ginge nicht nur Fremden so. Sie kenne junge Leute, die ihre Heimatstadt wegen eines Jobs verlassen haben und sich jetzt freuen, wenn sie wieder nach Malchin kommen. „Mensch, die Stadt hat sich ja entwickelt“, heißt es da. Das sei doch schön.

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i.diessner@nordkurier.de

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