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Ein Bundestrainer zum Anfassen

Der deutsche Nationaltrainer Heine Jensen übte mit Stavenhagener Schülern. Vor jeder neuen Übung erläuterte er, worauf es ankommt.
Der deutsche Nationaltrainer Heine Jensen übte mit Stavenhagener Schülern. Vor jeder neuen Übung erläuterte er, worauf es ankommt.

VonEckhard Kruse

Der Handballstar Heine Jensen und National- spielerin Anne Hubinger werben für ihren Sport an der Stavenhagener Gesamtschule.

Stavenhagen.Wenn der Handball-Bundestrainer Heine Jensen einmal um 4 Uhr früh aufsteht, dann muss er einen triftigen Grund dafür haben. Den hatte er offenbar. Der Däne stieg zu früher Morgenstunde in sein Auto und brachte sogar die Handball-Nationalspielerin Anne Hubinger mit nach Stavenhagen. Er freute sich unheimlich auf das Training mit den 40 Kindern und Jugendlichen der Reuterstädter Gesamtschule. Denn als Nationaltrainer habe er neben Sportpolitik, Meetings, Nachwuchssichtungen, Trainergesprächen und WM-Vorbereitung nicht mehr so viele Übungsstunden zu leiten, wie früher. „In diesem Jahr haben wir mit der Nationalmannschaft gerade einmal 50 Tage“, erzählte er.
Und deswegen war er mindestens so motiviert wie die Schüler, die in den D-, C- und B-Jugenden des Stavenhagener SV trainieren.
Die Anwesenheit der 19-jährigen, großgewachsenen, bildhübschen Frau konnte für die „handball-verrückten“ Schüler nur eines bedeuten: „Wenn ihr ordentlich Gas gebt, könnt ihr in wenigen Jahren auch in der Nationalmannschaft stehen.“ Nichts anderes vermittelte Heine Jensen den Schülern auch in der Zweifeldersporthalle zwischen den Zeilen. Im echten Training nahm der Nationaltrainer die 40 ausgewählten Schülerinnen und Schüler ordentlich ran. Er trainierte mit ihnen Basics wie Passen, Tauschen oder Torabschluss. Und Pascal Schulz, der in der B-Jugend des SV von 1863 spielt, räumte ein, dass das Training schon anders ist, als er es gewohnt ist.
Die beiden SSV-Trainer Oliver Wickel und Torsten Richter schauten selbst beim Training zu. Auch bei ihnen kam die coole Art des Dänen an. Sie zollten ihm Respekt: „Es ist nicht so einfach, 40 Schüler zu bewegen.“ Und Torsten Richter hofft auch ein wenig, dass die jungen Leute dem Nationaltrainer ein bisschen mehr Glauben schenken als einem „einfachen“ Trainer.
Heine Jensen und Anne Hubinger kamen mit dem Projekt „Handballstars go School“ nach Stavenhagen. Die Schule war eine unter 700 Schulen, die den Zuschlag für das Event von Handball-Bundesliga, Handballbund und Toyota bekommen hatten.
„Es ist toll, so viele junge Menschen zu sehen, die Handball spielen“, sagte Heine Jensen. Er weiß, dass sich der Handballsport in Stavenhagen gut entwickelt. „Das ist, was das Handballer-Herz freut.“ Für ihn ist es wichtig, noch mehr junge Leute für den Handball zu motivieren. Denn nur mit einer breiten Basis könne es auch viele gute Spielerinnen und Spieler geben. Letztlich sei aber die Einstellung entscheidend: „Es muss vom Herzen kommen, wenn man gut werden will.“

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