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Ein Viertel mit charmanten Details

Hierher kommt sie besonders gern mit Besuchern der Stadt. Das liebevoll sanierte Mühlenviertel eint für Jana Koch nun mal viele Reize, die den Charme ihrer Heimatstadt ausmachen.  FOTO: Pagenkopf
Hierher kommt sie besonders gern mit Besuchern der Stadt. Das liebevoll sanierte Mühlenviertel eint für Jana Koch nun mal viele Reize, die den Charme ihrer Heimatstadt ausmachen. FOTO: Pagenkopf

VonSimone Pagenkopf

So ein Spaziergang durch die Teterower Altstadt kann gut 90 Minuten dauern. Besonders gern nimmt Jana Koch ihre Gäste mit an den Mühlenteich.

Teterow.Hier hat man fast alles auf einen ersten Blick, was Teterow zu bieten hat: Das alte Spritzenhaus, die Stadtmühle, die Kirche, die Ringstraßen, sogar ein Stadttor, viel Grün und dann die ganzen kleinen, liebevollen Details. „Da muss ein Künstler nur einen original Mühlenbalken in die Hand bekommen und schon kommen Müller, Katze und Maus zum Vorschein.“ Jana Koch lacht. Mit ausgebreiteten Armen weist sie ins Rund, mitten im Teterower Mühlenviertel. Es ist nicht nur das meist fotografierte Viertel in der Stadt. Es ist ihr Lieblingsplatz, verrät die Leiterin der Tourist-Information, die zugleich auch Stadtführerin ist.
Übrigens schon seit Anfang der 1990er-Jahre. Heute gibt es eine handvoll Stadtführer in Teterow, die an manchen Tagen gleichzeitig im Einsatz sind. „Das geht gar nicht anders. Wenn Bus-Gruppen mit über 40 Leuten kommen, dann müssen wir sie teilen“, erklärt Jana Koch. Es kam auch schon vor, dass bis zu fünf Führungen an einem Tag zu meistern waren. Gern natürlich. „Wir haben ja auch spezielle Angebote gerade für Gruppen aufgelegt“, weist die Leiterin der Tourist-Information auf einen Stadtrundgang samt Lesung und Schildbürger-Abi- tur. Unter „Teterow – Schilda des Nordens“ ist dieses Gesamtpaket unter Teterow.de im Internet zu finden. Ebenso wie der „Kulinarische Stadtrundgang“. „Für beides könnten es mehr Buchungen sein“, räumt Jana Koch ein. „Es ist aber unheimlich schwierig, solche Angebote an den Mann zu bringen. Wir müssen noch eine Schiene finden, sie bekannter zu machen.“ Dabei weiß sie, dass die Leute immer ganz begeistert sind. Tauchen sie etwa ins Schilda des Nordens ein – den Namen hat sich Teterow ja gemacht – hören sie so einige der Streiche up hoch un platt und können selbst das Schildbürger-Abi- tur ablegen, wenn sie zum Beispiel wissen, wie man einen Hecht frisch hält, wie man Licht in einen Raum bekommt oder wie groß ein Pferdeei ist. Jetzt im Sommer werden übrigens auch jeden Sonnabend offene Stadtrundgänge angeboten. Treff ist am Hechtbrunnen auf dem Markt. Und natürlich kann man auch darüber hinaus eine Führung anmelden. Ob zu einer Familienfeier oder einem Klassentreffen, es gibt ganz unterschiedliche Anlässe. „Wir hatten auch schon einen Camping-Club“, erzählt Jana Koch. „Im Normalfall kriegen wir das von einem Tag auf den anderen hin.“
75 bis 90 Minuten ist sie mit ihren Gästen im historischen Stadtkern unterwegs. Natürlich gehört ein gut Teil der Zeit dem liebevoll sanierten Mühlenviertel. „Hier ist es besonders schön.“ Den Weg hinüber zur Galerie würden viele Besucher schon wie eine kleine Promenade empfinden. „Die Gäste sagen auch, die Stadt macht einen sauberen und gepflegten Eindruck“, berichtet Jana Koch. „Ich glaube auch, dass wir als Einheimische das viel kritischer sehen.“ Was ja auch nicht verkehrt ist.
Unbedingt wollen die Besucher auch immer in die Stadtkirche St. Peter und Paul. In der Saison ist die Kirche offen. „Wir arbeiten aber auch darüber hinaus sehr gut mit der Kirche zusammen und können Gruppen immer hineinführen.“ Gern nimmt Jana Koch sie auch mit ins Rathaus. Wenn keine Veranstaltungen sind, sei nicht nur ein Blick in den Saal, sondern auch vom Rathausbalkon möglich.
Apropos Blick. Einen Lieblingsplatz hat die Teterower Tourismuschefin auch außerhalb ihrer Heimatstadt. Es ist der Röthelberg mit dem angrenzenden Skulpturenweg. „Das ist die Mecklenburgische Schweiz pur.“

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s.pagenkopf@nordkurier.de

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