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Einmal über die Schulter geschaut

VonPaulina Jasmer

Echte Sisyphusarbeit: Eine Restauratorin kümmert sich derzeit in der Kirche Klein Helle um den Altar. Besonders die Figuren verlangen ihr größtes Fingerspitzengefühl ab. Doch der Termin für die Fertigstellung steht.

Klein Helle.Bettina Strauß hat noch eine Menge Arbeit vor sich, vor allem will sie viel Liebe zum Detail mit in ihre Arbeit einfließen lassen. Seit November 2012 kümmert sie sich um die Verschönerung des Altars der Kirche in Klein Helle. Über Winter hat sie viel Zeit in der Werkstatt verbracht und die ersten Figuren wieder restauriert.
Das ist gar nicht so einfach, sagt die Fachfrau. Denn drei Farbschichten liegen bei den Figuren übereinander. In den vergangenen Jahrhunderten seien diese Schichten immer mal wieder erneuert worden und die letzte Schicht, aus dem 19. Jahrhundert, weist erhebliche Mängel auf. Abgeplatzte Farbe muss erst verkittet werden, damit diese Stellen später nicht durch die neuen Farbfassungen hindurch zu sehen sind.
Zwei Figuren hat Bettina Strauß schon fertig, bei zwei weiteren hat sie diese Stellen zunächst gereinigt und eben verkittet – für die neue Farbe. „Das ist eine Herausforderung, weil das eine langwierige und kleinteilige Arbeit ist“, sagt sie.
Doch damit nicht genug: Jetzt hat sie mit Hilfe von Zimmermeister Matthias Hartig den durchbrochenen Aufsatz mit Kruzifix vom Altar genommen, um den nun auch in der Werkstatt wieder herzurichten.
Ab Ende Juni wird die Restauratorin auch vor Ort in Klein Helle arbeiten. „Die Kirche wird dann auch offen sein. Jeder kann also vorbeischauen“, lädt sie die Einwohner ein, einmal einen Blick auf den Arbeitsprozess zu werfen. Auch der Mittelschrein des Altars muss noch bearbeitet werden, zeigt Bettina Strauß die Arbeit auf, die noch vor ihr liegt. Dieser Mittelschrein könne nicht abgebaut werden wie der Aufsatz, sondern muss an Ort und Stelle restauriert werden, was den Aufenthalt der Restauratorin vor Ort erklärt.
Die Restaurierung des Altars in der Kirche Klein Helle kostet insgesamt rund 65 000 Euro, die rasch nach einem Aufruf der Deutschen Denkmalstiftung zusammen gekommen seien.
Gerd Möller, zweiter Vorsitzender des Kirchgemeinderates, freut sich über so viel Engagement der Leute, die ihre Kirche in Klein Helle wieder in neuem Licht, mit dem Altar als echten Mittelpunkt, erstrahlen lassen wollen. Auf dem Weg zur Fertigstellung des Altars – zum geplanten Straßenfest in Klein Helle am 22. September – können die Einwohner und Besucher des Ortes aber jetzt schon den Glockenturm ausgiebig bewundern:
Die Innentreppe und die Wetterseite sind vor Kurzem von einer Neustrelitzer Firma erneuert worden. Das Vorhaben soll etwa zwei Wochen in Anspruch genommen und etwa 7500 Euro gekostet haben, so Gerd Möller.

Kontakt zur Autorin
p.jasmer@nordkurier.de

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